WICHTIGE BEGRIFFE ERKLÄRUNGEN & ABKÜRZUNGEN

ANTIZYKLIK

Die Antizyklik beschreibt ein Marktverhalten bzw. einen “Wesens- oder Charakterzug” des Marktes. Damit ist gemeint, dass der Basiswert hin- und herschwankt. Das kann man beispielsweise mit der Range Breakout Strategie von 8-9 messen. Es werden dann die Ausbrüche nur “angestochen” und der Markt zieht wieder zurück. Generell hat ein Basiswert 2 Phasen: Sequenz/Trend und Schwankung. 30% Trendverhalten, 70% Schwankung (Intraday pro Jahr). Die Schwankung generell setzt sich wiederrum aus 2 Komponenten zusammen, der Prozyklischen Schwankung und der Antizyklischen Schwankung. Klassische antizyklische Schwankungstage im EUR/USD und  DAX sind Mittwoch und Freitag. Starke prozyklische Tage sind in der Regel Dienstag und Donnerstag.

AUTOMATISCH

Automatisch bezieht sich auf die Frage, wie der Händler seine Handelsregeln konkret abwickelt. Wer Regeln besitzt kann diese Regeln bzw. Strategie entweder selbst ausüben und den Trade eingehen oder eben auch an einen Expert Advisor abgeben. Dabei ist zu beachten, dass automatisierbare Systeme angenehm in der Umsetzung sind, da ein so genannter EA diese Aufgabe übernimmt, allerdings ist die Automatisierung in der Praxis komplexer als anfänglich angenommen wird.

BACKTESTING

Backtesting an sich, ist das Überprüfen seiner Handelsregeln in der Vergangenheit. Es geht darum, den Strategie-Trend zu verstehen. Also um die Frage: Wie lange sind durchschnittliche Gewinn- und Verlustphasen? Auf was muss man sich praktisch einstellen, wenn man so eine Strategie handelt. Da eine Strategie nicht immer Gewinne machen kann, ist die Frage wichtig: Wie häufig kommen die Gewinne bzw. Verluste vor? Im Backtesting stellt sich dann heraus, dass die Strategie selbst im Trend läuft, also Impulsphasen hat (wo die Strategie viele Gewinne am Stück in einer Sequenz macht), aber eben auch Korrektur (Reaktionsphasen) besitzt, wo sie Verluste produziert. Backtesting ist also ein elementarer Bestandteil um zu klären, wie die eigene Strategie überhaupt “atmet”.

DISKRETIONÄR

Gegenteil von Automatisch. Die Handelsregeln werden manuell, durch den Menschen abgesetzt. Häufig werden diskretionär und automatisch mit Inhalten verbunden, die nichts miteinander zu tun haben. Zum Beispiel: Automatik bedeutet, ein Expert Advisor analysiert den Markt und arbeitet wie eine künstliche Intelligenz. Diskretionär oder automatisch bezieht sich lediglich auf die Frage: Wer legt am Ende gemäß der eigenen Strategie die Order in den Markt:  Du oder ein Handelsprogramm, dem Du beigebracht hast, wohin die Orders gemäß Strategie liegen sollen?

DOCHTSCANNER

Der Docht- bzw. Volatilitätsscanner misst verschiedene Schwankungen und hilft mir, mich im Präsenzhandel auf den kommenden Tag vorzubereiten. Worum geht es:

(1) Zum um einen will ich mir anschauen wie viele Punkte der Basiswert (bleiben wir mal im DAX als Beispiel) von 8-12, 12-15:30, 15:30-22:00, 8-15:30 und 8-22:00 “eingebucht” hat. Also wie der Schlusskurs zum Eröffnungskurs steht.

(2) Wieviel der DAX von dem jeweiligen Korridor ansteigen bzw. fallen konnte. Wenn man so will geht es mir hier um das “Stechverhalten”. Wie viel konnte der Basiswerte von 8-12 maximal ansteigen (hochschießen) bzw. maximal fallen (runterschießen).

Kurzum: (1) Wieviel wurden eingebucht (2) Wie hat der Basiswert “gedochtet”.

Prinzipiell war das eine Versuch um zu schauen, ob man “Kerzendochte” oder “Korridor”-Dochte analysieren kann.

Dabei ist etwas Interessantes aufgefallen: Nehmen wir mal den Zeitraum von 8:00-22:00 Uhr. Wenn der DAX am Vortag nicht mehr als 10 Punkte ansteigen konnte, macht er heute zumindest einen Schuss nach unten von 30 Punkten (80% Wahrscheinlichkeit). Und umgekehrt: Wenn der DAX am Vortag nicht mehr als 10 Punkte fallen konnte, macht er heute zumindest einen Schuss von 20 Punkten nach oben.

Kurzum: Man beobachtet Kerzen jeden Tag, wenn man Kerzen mal anders ausdrückt, kann man sagen: Der Dochtscanner gibt einem die “Close”-Performance, den Docht und die Lunte eines Korridors (= einer Kerze) aus. Nur eben nicht “feste” H4 Kerzen, sondern die Korridore (8-12, 12-15:30 etc.)

Interessanterweise hat es eine Bedeutung wie viel der DAX vom Startzeitpunkt runter- und raufschießt. Man könnte auch sagen: Der DAX hat ein “Querschläger”-Potenzial.

Anbei folgendes Beispiel dieses Verhaltens:

Dieses Querschlägerpotenzial wird auf die 5 zeitlichen Korridore berechnet. Das höchste Querschlägerpotenzial hat der Korridor 8-22 Uhr. 80% Wahrscheinlichkeit bei einem Shortquerschläger (Vortag weniger als 10 Punkte von der TE nach oben) für 30 Punkte, bei einem Longquerschläger (Vortag weniger als 10 Punkte von der TE nach unten) für 22 Punkte. Man sieht deutlich, dass die Shortquerschläger mehr Punktepotenzial haben.

EMA (SMA)

Gleitende Durchschnitte gehören zu den Trendfolgeindikatoren. Sie funktionieren am besten in Trendmärkten und stellen „dynamische“ Trendlinien dar. Sie berechnen den Durchschnittskurs eines Basiswertes über eine bestimmte Zeitperiode. Gleitende Durchschnitte eignen sich hervorragend für die Erstellung von Trendfolgestrategien. Natürlich wird der Basiswert nicht immer im Trend sein, aber das sind die Einatmungsphasen der Trendfolgestrategie. Siehe auch Strategie: DAX M15 Trendfollow.

SMA (Simple Moving Average) – linear gewichteter Durchschnitt: die letzten 10 Schlusskurse werden einfach nur 10 geteilt, jeder Schlusskurs hat also 1/10 Bedeutung in der Berechnung

EMA (Exponential Moving Average) – exponentiell gewichteter Durchschnitt: bei der EMA10 besitzen die „letzten“ „aktuellsten“ Schlusskurse mehr Bedeutung, weil sie aktueller sind.

WMA (Weighted Moving Average) – gewichteter gleitender Durchschnitt.

EMA-SCHNITT-INDIKATOR

Der Schnittindikator ist aus zwei Gründen wichtig: Zum einen orientiere ich mich in der Trendfrage vorrangig an der Schnittsituation zwischen unserer Optimierten Trend-EMA (OTE) zur EMA 200 (also OTE > oder < EMA200), zum anderen gibt es häufiger Situationen, wo die gleitenden Durchschnitt so nah beieinander liegen, dass ich diesbezüglich Klarheit haben möchte, wann sie nun konkret als gekreuzt zu werten sind.

Vor diesem Hintergrund wurde ein Indikator entwickelt, der mir die Schnitte, als auch die Berührungen eindeutig mit Pfeilen hervorhebt.

EMA-SETUP-SCANNER

B1 ist ein Ort (kein Signal), an dem Bewegungen, kurzfristige Sequenzen bzw. Trendfortsetzungen eintreten können. Wenn sich die OTE (optimierte Trend-EMA) und die EMA200  kreuzen kann sich ein neuer Trend ausbilden. Wenn der Kurs das erste mal nach einer Kreuzung zurück zur OTE oder zur EMA200 kommt, wird das als erste Berührung getrackt. Dabei sollte immer nur in übergeordnete Trendrichtung gehandelt werden. Also nicht M1 gegen M5 ausspielen.

Gehandelt wird aus statistischen Gründen nur in Schnittrichtung. Die Zahlen sind die Punkte(Pips), die der Basiswert auf der jeweiligen Zeiteinheit noch bis zur ersten Berührung nach Schnitt hat. Weiße Zahlen bedeuten, dass der Abstand weniger als 5 Punkte beträgt. Die Farbe zeigt die Schnittrichtung an. Also ob die Optimierte Trend-EMA über oder unter der EMA200 verläuft.

Grün = erste Berührung nach einer bullischen Kreuzung steht aus.
Rot = erste Berührung nach einer bärischen Kreuzung steht aus.
Schwarze Zahl = noch mehr als 10 Punkte / Pips.
Weiße Zahl = weniger als 5 Punkte / Pips.

EXPERT ADVISOR (ALGO)

Der Name ist ziemlich unglücklich gewählt, weil ein Expert Advisor leider nichts mit “Expert” und auch nichts mit “Advisor” zu tun hat, sondern einfach nur vordefinierte Regeln ausführt. Es geht also nur um die Frage: Setze ich meine Handelsregeln als Mensch selbst um oder lasse ich sie ausführen und kontrolliere nur, ob alles regelkonform gehandelt wird. Häufig wird die Abkürzung “EA” verwendet und oftmals als “künstliche Intelligenz” verstanden, was völlig am Thema vorbeigeht. Formationshändler haben in der Form häufig das Problem, dass man mathemisch nur schwer in “aufschreibbare” fixierte Regelwerke gießen kann, die der Expert Advisor dann ausführt. Allerdings gibt es verschiedene Herangehensweise und viele Handelssysteme lassen sich durchaus automatisieren.

GD

GD steht für gleitender Durchschnitt. Durchschnitte sind deshalb interessant, weil diese Kerzen zusammenfassen. Anstatt also die Trenddefinition ausschließlich über einzelne Kerzenformationen zu versuchen ist es ratsam Impuls- und Reaktionsmuster, sowieso gleitende Durchschnitte zu verwenden. Gerade die Kreuzung der Optimierten Trend-EMA (OTE) zur EMA200 ist hier sehr effektiv. Siehe auch EMA(SMA).

GESETZMÄßIGKEITEN

Gesetzmäßigkeit ist ein großes Wort, weil es sowas wie ein physikalisches Naturgesetz vermuten lässt. Davon gibt es aber wie in der echten Physik auch nicht unendlich, sondern vergleichsweise wenige gut sortierte Gruppen. Eine Gesetzmäßigkeit ist zum Beispiel das “grundlegende Marktverhalten“. Das bedeutet in Börsendaten findet man immer pro-, antizyklische und trendlastige Elemente. Diese Gesetzmäßigkeiten kann man mit Strategien nutzen. In der Physik gibt es auf anderen Planeten oder generell im Universum aber nicht nur “stetige” Gesetzmäßigkeiten, sondern trendlastige Gesetzmäßigkeiten. Also Phasen, wo das Gesetz mal mehr wirkt und mal weniger. So ist es auch bei den drei Marktverhaltensweisen. Trends sind im Allgemeinen schon da, allerdings gibt es nun mal Phasen, wo die Trendlastigkeit mehr aber eben mal weniger vorhanden ist.

Dadurch entstehen auch die Trends in den verschiedenen Strategien. Solange der Trend der Strategie aufwärtsgerichtet ist, ist die Gesetzmäßigkeit intakt und kann genutzt werden. Verändert sich der Strategietrend deutlich von seinem Atmungsverhalten der letzten Jahre, sind tiefere Forschungen notwendig um zu schauen, ob Anpassungen sinniger wären. Das passiert aber nicht alle paar Tage oder Monate, sondern gelegentlich im Jahrzehnt. Ständige Parameteranpassung seiner Strategie sind daher meistens nur Ausdruck von Ungeduld. Strategien leben wesentlich länger als man anfänglich vermutet. Die Wirkungsweisen der Börsen ändert sich ja auch nicht monatlich. Grundlegende Börsenbeziehungen werden ja nicht ständig “neu ausgehandelt” im Sinne: Morgen beginnt der Handel um 8:00 und nächsten Montag verschiebt XETRA die Eröffnung auf 11:00 und handelt nicht bis 17:30 sondern bis 21:37 Uhr.

IMPULS

Der Impuls wird als dynamisch ablaufende Sequenz einer Preisserie verstanden. Impuls und Reaktion bilden einen Trend. Zu Beginn der Händlerkarriere rechnet man sich schnell reich, weil man sich vorstellt, was passieren würde, wenn man immer nur die Impulse handeln würde. Das Problem wann ein Trend etabliert ist, was der Impuls bzw. die Reaktion ist und wo beide aufhören bzw. anfangen, ist aber dann ein großes Problem. Man könnte die ersten Jahre auch unter dem Begriff zusammenfassen : “Jagd auf den reichmachenden Impuls”. Das Problem liegt dann relativ einfach auf der Hand: Jedes Kerzenzucken soll und wird, so zumindest der Wunsch, der nächste Impuls sein. Nach Jahren stellt man fest, dass man, wenn man den Impuls definieren kann, nur 1/3 (also das Mittelstück) maximal “sicher” rausschneiden kann. Die Schnitt-Definition des Trends über OTE zu EMA200 verdeutlichen das Problem, weil dort ein “Schnitt” oft als viel zu spät empfunden wird. Das ist genau die Phase wo der Impuls zu 1/3 meistens schon an einem vorbeigezogen ist. Die erste Berührung nach Schnitt an der OTE oder an der EMA200 bieten hier systematische und vernünftige Antworten auf die Frage, wo man dann aus der Reaktion in den nächsten Impuls hineinhandeln könnte.

(NICHT) LINEARE SYSTEME

Börse oder allgemein Börsendaten werden häufig linear verstanden. Ursache und Wirkung, rationale Zusammenhänge. Aus Entwicklung A wird eine Aussage (Prognose) B getroffen. In der Natur sind die meisten Systeme oder Ereignisketten nicht linear: Hochkomplexe Entwicklungen die sich nicht prognostizieren lassen. Prinzipiell ist das auch die anfängliche Vorgehensweise beim Trading. Bestimmte Sachverhalte “deuten” auf “irgendwas” hin. Wenn Chartanalyse oder Börsendatenanalyse (egal ob im Chart oder in der Times- und Salesliste) keine Prognose “können”, wozu sollte man sich dann mit dem Trading beschäftigen? Nun, nur weil Prognosesysteme in die Zukunft nicht funktionieren, heißt es nicht, dass es keine Gesetzmäßigkeiten (wie z.B. einen Herdentrieb) gibt. Am einfachsten lässt sich das erklären, wenn wir uns bullische Dreiecke anschauen. Der Charthändler handelt nicht die Prognose, dass der Ausbruch auch die Richtung einschlägt, sondern dass bei einem Ausbruch durchschnittlich höheres Momentum kurzfristig “auftaucht”. Das ist auch der Grund, warum man nicht Haus, Hof und das gesamte Tradingkonto auf einen Ausbruch “setzen” sollte. Wenn man nachdenkt, ist es auch logisch. Selbst wenn ein diskretionärer Händler ausschließlich Dreiecke handelt, wird es Phasen geben, da zieht der Markt einfach nicht mit. Und das ist auch normal. Ein Markt kann nicht JEDES MAL ausbrechen. Somit gibt es Tage, Wochen und sogar Monate wo ein bestimmtes Marktverhalten (Prozyklik, Antizyklik, Trend) als Eigenschaft schlichtweg nicht vorhanden sind. Der fachliche Stop Loss schützt dann das Konto. Das bedeutet nicht, dass Ausbrüche nie oder nur willkürlich funktionieren. Einer der größten Fehler ist es aufgrund einer bestimmten Marktphase nach wenigen Trades sofort Strategieparameter zu ändern. Fazit: Börse ist nicht prognostizierbar, keiner ist schlauer als die Gesamtheit aller Marktteilnehmer. Als Händler profitiert man nur von den eben 3 genannten durchschnittlich auftretenden Verhaltensweisen.

MARKTEIGENSCHAFTEN

Markteigenschaften sind im Prinzip abgeschwächte instabilere, nicht konstitutive Marktverhaltensweisen. Während das Marktverhalten (grundlegend) immer aus 3 Elementen bestand, besteht und vermutlich bestehen wird (Pro/Antizyklik, Trend) können andere Eigenschaften auch wieder verschwinden. Dazu gehören zum Beispiel kleinere Saisonalitäten. Machen wir es an einem konkreten Beispiel deutlich. Nehmen wir folgenden Gedanken: Ich gehe um 8:00 Uhr long und schließe die Position um 9:00 Uhr. Wenn man diesen einfachen Gedanken (oder Anfangsmodellierung) backtestet, stellt sich heraus, dass es Jahre gibt, wo die Strategiekurve steigend bzw. fallend ist. Auch erkennbar wird, wie stabil dieses Eigenschaft ist.

Eine Eigenschaft ist kein “zwingendes” Verhalten, sondern eben nur eine Eigenschaft. Wenn eine Eigenschaft verschwindet oder neu entsteht, bleibt das grundlegende Marktverhalten trotzdem bestehen. Dadurch verschwindet ja nicht zum Beispiel das “Trendverhalten” aus dem Markt.

Die Unterscheidung ist sicherlich nicht ganz perfekt, aber man muss hier in jedem Fall unterschiedliche Gruppen bilden, weil die erwähnten Saisonalitäten unterschiedliche Gültigkeitszeiträume haben, manche langlebiger, manche kürzer agieren.

MARKTVERHALTEN

Das Marktverhalten wird zunächst in 2 Kategorien unterteilt. Schwankung und Trend. Zu 70% schwankt der Markt, zu 30% befindet er sich in einem Trend. Die Schwankung kann wiederum aufgeteilt werden in 60% prozyklische Schwankung und 40% antizyklische Schwankung.

Um ein sehr ausgeglichenes Portfolio zu haben, ist es sehr gut, wenn man pro Basiswert eine Strategie für jedes der 3 Verhalten hat. Die Intraday-Entwicklungen der letzten 15 Jahre ergeben folgende Verteilungen (also was einen mehrheitlich an einem Tag erwartet).

42% Prozyklik – 28% Antizyklik – 30% Trend

Mit einer Range Breakout-Strategie und einer Trendfolgestrategie deckt man so bereits 72% des grundlegenden Marktverhaltens ab.

MOMENTUM

Momentum misst die Stärke einer Preisveränderung. Häufig falsch verstanden, wird das Momentum gebraucht um ein Marktverhalten beschreiben. Dabei geht es bei dem Momentum nur darum, wie schnell oder langsam das jeweilige Marktverhalten abläuft.

Das kennt man auch aus der Praxis: Es gibt langsamere prozyklische Schwankungen (Ausbrüche) und schnellere. Momentum = Geschwindigkeit der Preisveränderung. Nicht zu verwechseln mit Volatilität, die misst die Höhe von Schwankungen. Hohe Volatilität (also großes Schwanken (Abweichungen)) kann, aber muss nicht mit großer Geschwindigkeit stattfindet.

OTE & MTE

Die Optimierte Trend-EMA ist ein dynamischer gleitender Durchschnitt, der ähnlich wie ein 61,8%-Fibonacci-Retracement agiert und daher in vielen Basiswerten eine höhere Genauigkeit als herkömmliche, gleitende Durchschnitte besitzt. Die OTE wird meistens in Grün oder Schwarz dargestellt. Die dünne graue Filterlinie wurde zum Abfangen von Kerzendochten entwickelt.

Ob sich Mietpreise einer Stadt nach oben bewegen sieht man nicht in einzelnen Bezirk, in dem die Preise zufällig fallen können, sondern am Durchschnitt aller Wohnbezirke.

Wenn also ein Durchschnitt prinzipiell ein Trendverhalten beschreibt, ist es förderlich, eine Trenddefinition nicht nur in Abhängigkeit von Impuls und Reaktion zu treffen, sondern zusätzlich kombinierend in Abhängigkeit von gleitenden Durchschnitten. Am Ende sieht jeder Trader (Analyst, Messtechniker) dasselbe:

Gleitende Durchschnitte stellen ebenso Impuls und Korrektur dar. Schneiden sich die Durchschnitte, kann man daraus oft wechselnde Trendphasen herleiten. Gleitende Durchschnitte sind Ableitungen von direkten Kursen (Candlesticks). Anstatt sich die direkten Kurse anzuschauen, kann man auch deren Durchschnitte heranziehen. Allgemeine Eigenschaften, die wir bei Kursbewegungen feststellen, lassen sich auch in abgeleiteter (zusammengefasster) Form bei EMAs finden.

Die Frage, wann ein Trend gedreht ist, stellt Anfänger aber auch Fortgeschrittene oft vor große Hürden. Sicherlich ist die Orientierung an Kerzen sinnvoll, aber wirklich duplizierbar kann es mit dieser Methode in der Trendidentifikation nicht werden, da Muster sich zwar ähnlich, aber dann doch immer etwas anders zeigen. Wenn die Optimierte TrendEMA die EMA200 schneidet, ist in der Regel 1/3 des etablierten Trends rum. Das ist sicherlich nicht optimal, aber wenn man die Trenddefinition von diesem Kreuzen der EMAs abhängig macht, entsteht ein festes Raster. Man wird nicht immer früh dabei sein, aber lieber etwas später und dafür richtig. Die häufigste Fehlerquelle liegt im Suchen einer Boden- oder Top-Formation. Oftmals läuft der Trend noch weiter, verliert an Momentum, kippt aber nicht. Die „Erwartung“ erweist sich dann zu häufig als falsch. Dann lieber die Kreuzung abwarten und sich danach orientieren bzw. positionieren.

Gilt ein Kursausbruch als qualitativ, wenn mehrere Extrema gebrochen werden, ist im reinen EMA-Chart nur ein neues Hoch ausreichend. Die EMA wird hier somit als erste Ableitung des Kurses verstanden. Es ist sinnvoll, die EMA200 als Basis zu verwenden. Die Frage ist nur, welche kurzfristige EMA, welche ja auch ferner die Reaktionen andeuten soll, als „SignalEMA/ SchnittEMA“ herangezogen werden könnte. Die EMA20 produziert ebenso wie die EMA100 zur EMA200 jeweils einerseits gute Ergebnisse, zeigten insgesamt sich in bestimmten Situationen andererseits jedoch als unbrauchbar. Aus diesem Grund wurde eine eigene EMA entwickelt, welche das Kursverhalten eindeutiger einfängt.

Die EMA-Signallinie besteht aus zwei Linien, einer schwarzen Triggerlinie und einer grauen Filterlinie. Entscheidend ist für uns die SCHWARZE Linie. Sprechen wir in Zukunft von der EMA-Signallinie, ist somit immer eindeutig von der schwarzen Linie die Rede. Wir benutzen auch anstatt der schwarzen Signallinie die Bezeichnung „EMA-Standard“ bzw. „Standard“, da der Kurs nach einer Trendwende (Schnitt von Signal zur 200 bei neuen Extrema) meistens an der EMA-Signallinie „standardmäßig“ aus der Reaktion in den neuen Impuls geht oder dort zumindest eine Kursreaktion zeigt. Man könnte im weiteren Sinne darunter auch ein dynamisch mitlaufendes Retracement verstehen. Wählt man im Vorfeld sinnvolle Bezeichnungen, hat das für die spätere Effizienz der Kommunikation eine große Wirkung. Beispiel: „Bullischer Standard H4 steht noch aus“. Die erste Berührung nach Schnitt hat in der Regel ein größeres Potenzial für eine Kursreaktion.

Der EMA-Zonen-Filter (engl. multiple-timeframe-emas) stellt die Optimierte Trend-Ema, die EMA200 und individuell wählbare EMAS als horizontale Linien dar.

Zusätzlich wird die „Schnittsituation“ ausgelesen und ausgegeben. Schnittsituation bedeutet, ob die Optimierte Trend-Ema über oder unter der EMA200 läuft.

PIVOT (S1, S2, S3, R1, R2, R3)

Pivotpunkte stellen eine eigenständige Kategorie der Marktanalyse dar. Sie sind keine Retracements, kein gleitender Durchschnitt oder ein Kursmuster, sondern bilden eben ein eigenes (Untersuchungs-)Feld. Der Gedanke dahinter ist wie folgt: Man bildet basierend auf den Daten des Vortages einen harmonischen Mittelwert des gestrigen Tages, der für den kommenden Handelstag eine Bedeutung haben (soll). Basierend auf diesem „Harmonie-Wert“ gibt es Ausdehnungswerte. Man bildet also sowas wie einen „Grundton“ des gestrigen Marktes und projiziert gemessen vom Pivotpunkt Linien nach oben und unten. Häufig werden diese Linien mit S und R abgekürzt. Die Ausdehnungen nach unten heißen S1, S2 und S3. Die Ausdehnungen nach oben heißen R1, R2 und R3. S steht für Support (Unterstützung) und R für Resistance (Widerstand).

Hier ist sprachliche Genauigkeit wichtig. Wenn wir von Pivotpunkten sprechen, sind damit meistens sieben Werte bzw. Linien gemeint, also der Hauptpivot und die sechs Ausdehnungen. Wir reden also von EINEM Harmonie-Wert und seinen (dazugehörigen) Ausdehnungen. In den meisten Fällen hat der Trader einen Indikator im Chart, in dem ein PP (Pivotpunkt) und eben jene sechs Ausdehnungen zu sehen sind. Daher ist sinnvoller zu sagen „meine Ausdehnung“ oder „mein Pivotpunkt“. Dann weiß man, wovon das Gegenüber spricht.

Im charttechnischen Handel empfiehlt es sich, den Pivotpunkt und seine Ausdehnungen in Abhängigkeit vom vorherrschen Trend zu benutzen. Dabei gilt, dass Tagespivotpunkte auf dem M15-/ M30-Trend und Wochenpivotpunkte auf dem H4-/ H8-Chart angewendet werden.

In einem Longmarkt sind der Pivot sowie die unteren Ausdehnungen generell eher impulsiv, also in Trendrichtung deutlich stärker. Die oberen Ausdehnungen sind eher „reaktiv“. Im Fokus steht hier der Handel aus der Reaktion (an den tiefen Ausdehnungen) in den nächsten Impuls. In besonderen Fällen lassen sich auch die oberen Ausdehnungen bei einem vorhandenen Ausbruchsmuster handeln. Bei einem Shorttrend gelten die eben formulierten Beobachtungen gleichermaßen, nur umgekehrt. Ist ein Abwärtstrend vorherrschend, dominieren die oberen Ausdehnungen in Trendrichtung, während die unteren Ausdehnungen „reaktiv“ bzw. „korrektiv“ wirken.

In Seitwärtsmärkten ist der Markt ausgeglichen. Hier kann der klassische Rangehandel an den unteren bzw. oberen Ausdehnungen umgesetzt werden. Wird jedoch irgendwann ein neuer Trend etabliert, gilt es, das zu berücksichtigen und dann die Vorgehensweise dementsprechend anzupassen.

Unabhängig von der Berechnungsart kommt es auch darauf an, auf welchem Zeithorizont man den Pivotpunkt und seine Ausdehnungen berechnet.

In der Praxis hat sich folgende Konfiguration bewährt:
H4/ Wochenpivots
M15 (M30)/ Tagespivots
M5/ Stundenpivots

PROZYKLIK

Die Prozyklik gehört zur Kategorie des Marktverhaltens. Gemeint ist ein Schwankungsverhalten, bei dem der Basiswert die “Tür eintritt und weitermarschiert”. Das lässt sich hervorragend über das Range-Breakout-Raster bzw. diese Form der Modellierung einfangen. Das Gegenteil dieses Marktverhaltens ist die Antizyklik. Ein ausführliches Webinar zum Thema Prozyklik finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=OkUp9IXoTSc

RANGE BREAKOUT

Range Breakout ist eine Methode (Modell oder auch Vorgehen) um die Volatilität, also die Schwankung eines Basiswertes zu messen. Wenn man so will eine Art “Lasso” oder “Fischernetz” das man systematisch auswirft, in dem sich dann die Volatilität “verfängt”. Es ist die markttechnische automatisierbare Variante des Ausbruchshandels. Man definiert einen zeitlichen Korridor (beispielsweise im DAX zwischen 9 und 10) in dem der Markt hin- und herschwankt. Dabei entstehen zwangsläufig Hoch- bzw. Tiefpunkte. Nach 10 Uhr wird dann der Ausbruch mitgehandelt. Bricht der Basiswert also das Hoch des Korridors, geht man long, umgekehrt auf der untere Seite short. Aus der Erfahrung heraus eignen sich Range Breakout-Raster eher weniger für Modellerierungen  antizyklischer Schwankungs- oder Trendfolgestrategien, sondern eher für prozyklische Schwankungen-Strategien.

REAKTION (KORREKTUR)

Der Trend ist eine Abfolge aus Impuls und Korrektur (Reaktion). Nach einem Impuls (dynamische Sequenz) kommt es als “Antwort” darauf zu einer gegenläufigen Entwicklung oder Verhalten.

Prinzipiell gibt es hinsichtlich der Reaktionen und Impulse interessante Systematisierungsansätze, die aber sehr schwer zu duplizieren sind. Aus diesem Grund fokussiere ich mich mehr auf die 4-Faktoren-Wingman-Strategie, da dort einige Aspekte “reduzierter” und “kompakter” betrachtet werden. Ich persönlich mag den Ausbruchshandel mehr, weil das Feedback schneller kommt und Trendfolgestrategien (Handel aus der Reaktion) meistens eine längere Haltedauer besitzen. Als genereller Hinweis ist es nicht verkehrt erst dann aus einer Reaktion in den neuen Impuls zu handeln, wenn eine “3-Welligkeit” vorhanden ist. Also wenn nach einem größeren Impuls eine dreiwellige nach unten in der Reaktion erkennbar ist. Man spricht hier auch von einer “ABC”-Korrektur.

Auch hier der Hinweis auf die Inhalte der Optimierten Trend-EMA und der Trend-Definition über die Kreuzung zur EMA200. Damit filtert man einige problematische Stellen heraus.

Reaktion wird deshalb als Wort verwendet, weil der Markt sich a) nicht korrigieren kann (sonst läge er ja vorher falsch) und b) der Begriff der Reaktion eher das ausdrückt, was wirklich passiert, nämlich auf einen Impuls reagieren. Siehe auch Trend, Impuls.

STRATEGIEN

Strategien sind feste Vorgehensweise mit denen der Händler von grundlegenden Marktverhalten profitieren kann. Da Börsendaten nicht lineare Systeme darstellen, ist es äußerst problematisch eine Strategie als “Prognosesystem” zu verstehen. Grundsätzlich hat der Markt bestimmte Eigenschaften bzw. Marktgesetze. Ein Markgesetz ist zum Beispiel die Etablierung von Trends. Das ist ein Gesetz. Mit einer Strategie kann man davon profitieren. Heißt: Man wirft seine Strategie wie ein Fischernetz aus. Jeden Tag. Ob der Markt an diesem Tag dann einen Trend etabliert, kann man nicht sagen. Das liegt in den Händen des Marktes. Wüsste man vorher, ob es ein Trendtag werden wird, würde man ja wieder in die Prognose zurückverfallen, was wiederrum bei “Chaossystemen”, wie sie übrigens in der Natur sehr häufig vorkommen, nicht funktioniert.

Strategien sind also Netze, die man auswirft und wenn der Markt an diesem Tag die Eigenschaft besitzt, dann verdient man mit der Strategie Geld, wenn nicht, verliert man Geld. Dabei wird man feststellen, dass der Markt länger eine bestimmte Eigenschaft (Trendverhalten) nicht hat. So entstehen dann Reaktionsphasen der Strategie. Das ist auch natürlich, weil der Markt ja nicht jeden Tag IMMER ausbrechend oder IMMER im Trend verläuft. Die Strategiekurve ist wenn man so will der Markt, nämlich eine konkretes Aussageverhalten. Strategien sollten im Idealfall so formuliert sein, dass man diese automatisieren kann. Dadurch kann man Backtests durchführen und klären, wie sich die Strategie verhalten hat. Strategien mit weicheren Faktoren (nicht automatisierbar oder backtestbar) sind möglich, müssen aber so eng wie möglich definiert werden. Ansonsten bricht eine zu große “Unschärfe” oder “Weichheit” die Duplizierbarkeit. Auf Scalp-Trading.com benutzen wir die Formulierung “weich” und “hart”. Zu den weichen Strategien gehören folgende Strategien: 4-Faktoren-Autorisierung (Wingman), Dow Jones 16:30, zu den harten: DAX M15 Trendfollow und EUR/JPY Range Breakout 8-9.

TREND

Der Trend ist neben Prozyklik und Antizyklik das dritte grundlegende Marktverhalten. Ein Basiswert kann nur Schwanken (pro– bzw. antizyklisch) oder sich in einem Trend befindet. In einer klassischen Schwankungsphase gibt es entweder die mitgehende oder die entgegengehende Schwankung. Bei einem Trend wird es schon etwas kompliziert, weil innerhalb eines Trends auch pro- bzw. antizyklische Verhalten auftauchen können, also gleichzeitig.

Der Trend wird als Abfolge von Impuls und Reaktion verstanden. Ausatmen (Impuls) und Einatmen (Reaktion).

Im Präsenzhandel wird häufig der Ausbruchshandel mit dem Trendhandel verwechselt bzw. “vermischt” gehandelt. Während Ausbruchsstrategien meistens mit einem Chance-Risikoverhältnis von 1:1 bis 2:1 gehandelt werden, könnten antizyklische Strategien meistens mit einem kleinen Chance-Risiko-Verhältnis umgesetzt. Meistens 1:3. Also 3-mal mehr Risiko als Chance. Warum das? Nun, weil die antizyklischen Strategien ja gerade davon profitieren, dass der Basiswert schwanken kann, daher brauchen diese “Platz”. Deshalb gelten diese Strategien von der emotionalen Komponente her betrachtet gerade für Anfänger als besonders schwierig. Trendstrategien lassen sich sehr gut mit gleitenden Durchschnitten modellieren und werden wie Range Breakout-(prozyklische Volatilitätsstrategie) mit einem hohen CRV gehandelt, also 2:1, 3:1 oder sogar mehr. Siehe dazu auch DAX M15 Trendfollow.

Aus diesem Grund werden gerade Ausbruchsstrategien (entweder 4Faktoren-Wingman-Scalping (diskretionär) oder Range Breakout (automatisch) bzw. Trendfolgestrategien von vielen Anlegern bevorzugt betrachtet.

VOLATILITÄT

Volatilität misst die Schwankung. Die Schwankung kann sowohl prozyklisch als auch antizyklisch stattfinden. Hierbei ist es wichtig Momentum (Preisveränderungsgeschwindigkeit) nicht mit der Höhe der Schwankung zu verwechseln. Momentum: wie schnell/langsam, Vola: wie hoch/tief. Märkte haben immer eine Schwankung und immer ein Momentum. Hierbei ist es wichtig die Volatilität genau zu definieren, also von “wo begonnen zu messen, etwas schwankt?” Zum Beispiel ist die Vortageshochausdehnung eine Schwankungsanalyse. Die VTHA gibt aus, wie weit der Markt meistens (durchschnittlich) “prozyklisch weiterschwankt” wenn der Basiswert das Vortageshoch berührt hat. Genauso auf der Unterseite. Die VTTA (Vortagestiefausdehnung) gibt an, wie weit der Basiswert durchschnittlich weiterläuft, wenn der Basiswert das Vortagestief berührt hat. Um Schwankung einzufangen benutzt man meistens Range Breakout-Modelle.

VTE – VTS – VTH – VTHA – VTT VTTA

Die sogenannten Vortageswerte haben eine große Bedeutung im kurzfristigen Handel (Trend der letzten Stunden (M1/M5-Zeiteinheit) bzw. Trend der letzten 1-2 Wochen (H1-Zeiteinheit). Das liegt einfach daran, dass man als Marktteilnehmer Orientierungspunkte benötigt. Handelt man daher in den genannten Zeiteinheiten (Zeiträumen) muss sich jeder fragen: Woran orientiere ich mich und was ist sinnvoll.

VTE = Vortageseröffnung

VTS = Vortagesschluss

VTH = Vortageshoch

VTHA = Vortageshochausdehnung (durchschnittlicher Wert, falls das VTH überschritten wird)

VTT = Vortagestief

VTTA = Vortagestiefausdehnung (durchschnittlicher Wert, falls das VTT unterschritten wird)

VWE – VWS – VWH – VWHA – VWT – VWTA

So wie sich Händler, die sich auf kürzere Trends konzentrieren an bestimmten Punkten orientieren müssen (in ihrem Fall die Vortageswerte) benötigen Händler mit größeren Trends (ab H2 bis H8) ebenso Orientierungspunkte. Es macht allerdings wenig Sinn, wenn man größere Trends (Haltedauer von mehreren Wochen und Monaten) tradet und sich dabei am Schlusskurs von gestern orientiert. Dementsprechend benötigt man in diesem Fall “größere” Orientierungspunkte. Das sind dann die Vorwochenwerte:

VWE = Vorwocheneröffnung

VWS = Vorwochenschluss

VWH = Vorwochenhoch

VWHA = Vorwochenhochausdehnung (durchschnittlicher Wert, falls das VWH überschritten wird)

VWT = Vorwochentief

VWTA = Vorwochentiefausdehnung (durchschnittlicher Wert, falls das VWT unterschritten wird)

WINGMAN

Anstatt tägliche immer wechselnde Linien (mal Pivot, mal Vortagestief, mal Vorwochenhoch) gegeneinander auszuspielen, musste ich für mich erstmal klären, WANN ich ein „eindeutiges“ Kursmuster überhaupt handle. Die Frage nach der „Großwetterlage“ für den M1-Chart entstand. Darüber hinaus wollte ich nicht jedes Mal neue Perspektiven im Chart entwickeln, sondern ein System, das mir so gut es geht sagt, welche Tagestrendrichtung vorherrschend ist und ich mich danach im M1-Handel richten sollte. Man unterscheidet also in Großwetterlage und Signallage.

Konkrete Berechnung: Ich schaue mir für die Großwetterlage 2 Kategorien an: (1) Wie sind die gleitendenden Durchschnitte geschnitten auf M1, M5 und M15. (2) Zusätzlich betrachte ich die Distanz zu den wichtigen Referenzmarken wie: Tageseröffnung, Pivotpunkten, etc.

Diese Elemente bilden für mich die Großwetterlage. Sie stellt noch kein Signal dar, gibt mir aber eine grundsätzliche Richtung vor, die gegenwärtig vorherrscht. Es ist also eine Kombination aus der EMA-Situation 3er Zeiteinheiten und der Beziehung zu Kernlinien der Charttechnik, nur mit dem Unterschied, dass ich einen einzigen Wert bilde und nicht a gegen b ausspiele.

Ist der Wingman (M5) also hellgrün/dunkelgrün muss die Distanz zu den oben genannten Marken positiv sein bzw. es liegt auch mehrheitlich eine bullische EMA-Kreuzung vor. In diese Richtung suche ich dann meine kurzfristigen Handelssetups.

Während ich also früher unabhängig der Großwetterlage (die ich eh nicht definieren konnte, wei ich mich mal nach M5, mal nach M15 gerichtet habe) alle M5-Kursmuster gehandelt habe, konzentriere ich mich jetzt nur noch darauf IN die Großwetterlage des Intradaykursverhaltens zu positionieren.

Ausführliche Erklärung hier: https://www.scalp-trading.com/wingman-scalping-m5/