Was ist “Forex”?

Definition des Begriffs

Der Forexmarkt bietet in der Hinsicht eine sehr lukrative Möglichkeit an Bewegungen von Währungen zu profitieren.  Der Begriff setzt sich aus

FOR(eign)           EX(change)

zusammen und bedeutet sinngemäß „Internationaler(ausländischer) Devisenhandel(Geldwechsel)“.  Letztendlich geht es hierbei um das Tauschen bzw. um das Kaufen und Verkaufen von Währungen.


Historische Entwicklung

Früher waren Währungen an Gold gebunden. Es war möglich Papiergeld gegen das Metall einzutauschen. Durch zunehmende (Kriegs)-Kosten und wirtschaftliche Krisen wurde mehr und mehr Geld gedruckt, wodurch eine Golddeckung unmöglich wurde.

Die  „festen Wechselkurse“ mussten aufgehoben werden. Für diejenigen, welche die Geschichte bzw. Entwicklung der Währungen vertiefen möchte, sind unter anderem diese Zwei Bücher als Einarbeitungslektüre zu empfehlen.

Ashraf Laidi:Currency Trading and Intermarket Analysis: How to Profit from the Shifting Currents in Global Markets (Wiley Trading)Gebundene Ausgabe:304 Seiten

Verlag:John Wiley & Sons; Auflage: 1. Auflage (19. Dezember 2008)

Sprache:Englisch

ISBN-10:0470226234

ISBN-13:978-0470226230

Kathy Lien:Day Trading and Swing Trading the Currency Market: Technical and Fundamental Strategies to Profit from Market MovesGebundene Ausgabe:304 Seiten

Verlag:John Wiley & Sons; Auflage: 2. Auflage (16. Dezember 2008)

Sprache:Englisch

ISBN-10:0470377364

ISBN-13:978-0470377369

Seit dem Ende der fixen Wechselkurse entwickelte sich der Devisenhandel zum dynamischsten und liquidesten Markt der Welt.

FOREX – Handelszentren

Der Währungshandel wird vorrangig über 5 wichtige Zentren abgewickelt:

Die fünf wichtigsten Zentren für den Interbankenhandel, die zwei Drittel des Gesamtgeschäftsvolumens für sich verbuchen können, sind London, New York, Zürich, Frankfurt und Tokyo. Es wird per Telefon oder Internet gehandelt. Die wichtigsten gehandelten Währungen sind der US- Dollar (USD),  der Euro (EUR), der  Japanischer Yen (JPY), der  Schweizer Frank (CHF) und das englischer Pfund Sterling (GBP).


Eigenschaften des FX(Forex)-Marktes

(a)    Handel rund um die Uhr: Im Gegensatz zu Aktien und Rohstoffen, gibt es eine Markttätigkeit rund um die Uhr. Forex  ist ein globaler Markt, der nie schläft. Er ist fast sieben Tage die Woche 24 Stunden offen. Die meiste Aktivität findet an den Zeitpunkten statt, an denen sich möglichst viele Börsenöffnungszeiten überschneiden. Zwar beginnt der Börsenhandel schon Sonntagabends, weil dort die asiatischen und neuseeländischen Börsen geöffnet haben, jedoch kommt ein Großteil der Liquidität erst mit Eröffnung der Frankfurter/Londonder Börse in die Märkte. Von 9:00 Uhr Morgens (MEZ/UTC+2) bis 22:00 Uhr (wenn die US-Börsen schließen) herrscht am Margt die meiste Liquidität.

(b)   Liquidität, Sicherheit, Transparenz: Der Forex-Markt ist riesig und expandiert noch weiter. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen übertrifft jetzt 3,2 Billionen USD. Die Internet-Technologie hat diesen Markt für fast jeden zugänglich gemacht, und Privatkunden sind in großer Zahl dem Markt zugeströmt. Die Liquidität darüber hinaus ist auch größer als die Liquidität  der größten weltweiten Börsen zusammen! Stellen Sie sich vor, sie wollen eine Aktie zu einem Preis verkaufen, aber sie finden keinen Abnehmer auf die Schnelle. Liquidität bedeutet daher Transparenz und Sicherheit. Sie müssen reagieren können. Transparente Preise bedeuten, dass Preise nach nachvollziehbaren verständlichen Kriterien für alle ersichtbar generiert werden. Je mehr Liquidität im Markt vorhanden ist, desto exakter und stabiler ist diese Preisfindung.

(c)    Crash- und GAP-Gefahr: Wir hoffen alle, dass Anschläge oder Katastrophen wie der 11. September nicht mehr geschehen, dennoch haben viele Depots über Nacht teilweise 30,40  gar 50% auf einen Schlag  verloren. Während des Anschlages und am nächsten Tag fielen die Aktienmärkte in einem unglaublichen Tempo, was natürlich einige finanziell ruinierte. Aktien z.B. werden grundsätzlich nur zwischen 9:00 und 22:00 Uhr MEZ gehandelt. Das bedeutet, dass man in der Nacht so gesehen, seine Aktien nirgends verkaufen kann, weil die Weltbörsen geschlossen haben. Kauft man also am Abend eine Aktie zu 25.00 €, hält diese über Nacht und am nächsten Morgen steht der Aktienkurs dieser Aktie bei 20,00 €, gab es ein 5,00 Euro Down-Gap.

(d)   Geringes Anfangskapital möglich, Hebel: Wenn Sie Aktien handeln, brauchen Sie darüber hinaus moderat viel Kapital. Alleine nur um eine kleine Aktienposition von 50 Stück aufzubauen, brauchen sie im Falle der BASF Aktie z.B. 2500 Euro. Im Forexmarkt hingegen kann man aufgrund des Hebels mit geringerem Kapital einsteigen. Ich habe es vorgemacht, mit lediglich 1000 Euro. Natürlich halten sich die anfänglichen Gewinn in Grenzen, aber wenn man jeden Tag 50 Euro erhandelt,  entsteht aus dem kleinen 1000 Euro-Konto am Ende des ersten Monats ein 2000 Euro Konto usw.

(e)    Profitpotential unabhängig von der Marktrichtung: Forex ist ein reiner Preis-Markt.  Preise können genauso leicht steigen wie fallen. Wenn ein Händler glaubt, dass eine Währung im Begriff ist, billiger zu werden, dann gibt es selten Einschränkungen beim Verkauf.  Das Profitpotential existiert im Devisenhandel unabhängig davon, ob  ein Händler kauft oder verkauft, und unabhängig davon, ob der Markt steigt oder fällt.

(f)     Gleichberechtigter Zugang zur Marktinformation: Trotz der Einführung der Bestimmungen zur besten Ausführung in Europa und den USA würden die wenigsten bestreiten, dass professionelle Händler und Analysten am Aktienmarkt  im Vergleich zu individuellen Händlern enorme Wettbewerbsvorteile genießen. Bei FX liegt der einzige Vorteil, den die großen Banken haben, vielleicht beim Informationsfluss. Aber FX ist ein demokratischer Markt, wo praktisch alle Teilnehmer Zugang zu denselben variablen Informationen wie alle anderen haben. Im Aktienhandel, muss man immer damit rechnen, dass Insider am Werk sind, die über firmeninterne Informationen verfügen und daraus versuchen, Profite am Aktien- und Optionshandel zu generieren. Das kann bis hin zur deutlichen Preismanipulation führen.

Hauptsächlich werden Währungen durch folgende Ereignisse beeinflusst.

(a)    Internationale Handelsströme (Wer produziert, Import / Export)

(b)   Wirtschaftliche und politische Bedingungen & Entwicklungen (Stabilität, Regierung)

(c)    Angebot und Nachfrage

(d)   Zinsdifferenzen (Geldströme)

(e)    Carrytrades / Risikoaffinität global agierender Investoren

(f)    Technische Handelssignale (Charttechnik, Elliott Waves, Volumenanalyse)

(g)   Wirtschaftskennzahlen/Entwicklung  (Inflation, BIP, Handelsbilanz…)

Anmerkung:

An dieser Stelle sei nur angemerkt, dass man diese Einflussfaktoren im Hinterkopf haben sollte, wenn man Währungen analysiert. Wer weiß, wie sich gewisse Veränderungen wann und wie stark auswirken, weiß wann und in welche Richtung Bewegungen stattfinden. Von diesen Bewegungen gilt es zu profitieren.

Marktteilnehmer im FX-Markt

Vorrangig gibt es ähnlich wie bei den 5 Handelszentren, 5 Teilnehmergruppen.

(a)    Geschäftsbanken: Banken sind die größten und auch wichtigsten Teilnehmer auf den Weltwährungsmärkten. Sie wickeln Transaktionen untereinander oder mit privaten Investoren und Brokern durch ihre eigenen Devisenhändler ab.

Geschäftsbanken handeln einerseits auf eigene Rechnung, um ihr Finanzergebnis zu verbessern, und andererseits agieren sie im Auftrag ihrer Kunden auf den internationalen Währungsmärkten.

Den größten Einfluss auf den Währungsmarkt üben internationale Banken aus, derer tägliche Geldumsatz Milliarden von Dollars beträgt. Das sind solche Banken wie Barclays Bank, Citibank, JP Morgen Chase, Deutsche Bank, UBS und andere.

(b)   Zentralbanken: Zentralbanken handeln im Auftrag ihrer Regierungen und partizipieren oftmals auf den Weltwährungsmärkten um den Wert der eigenen Währung zu beeinflussen. Dabei gibt es unterschiedliche Interventionsformen, die verschieden starke Beeinflussung der Wechselkurse durch Angebot und Nachfrage auf den Märkten zulassen. Zum Beispiel lassen fix definierte Bandbreiten einer Währung einen größeren Spielraum des freien Marktes zu als starre Wechselkursschemata.

(c)    Investitionsfonds: Diese Gesellschaften sind von verschiedenen Investitions-, Pensions-, Versicherungs- und Trustgesellschaften vertreten. Der bekannteste ist “Quantum” –Fonds von George Soros, der auch heute erfolgreich Spekulationen durchführt. (Dazu gehören auch größere Internationale Körperschaften, die gerne ins Ausland investieren: Gründung von Niederlassungen, Joint Ventures usw.)

(d)   Devisenmakler: Die Hauptfunktion der Devisenmakler besteht darin, Käufer und Verkäufer von Devisen zusammenzubringen. Mit anderen Worten agieren sie einerseits als Vermittler zwischen verschiedenen Banken und andererseits zwischen Banken und privaten Investoren. Für ihre Tätigkeiten verrechnen Devisenmakler eine Provision oder Brokerage.

(e)    Privatpersonen: Personen führen eine ganze Reihe von Operationen durch, die nicht händlerischer-natur sind. Besonders betrifft das Tourismus, Gehalts-, Renten-, und Honorarüberweisungen, Kauf und Verkauf der Fremdwährung. Private Investoren sind hier ebenfalls zu nennen.

Es gibt ungefähr 170 Währungen auf der Welt. Die Aktivität ist jedoch auf sechs hauptsächliche Währungspaare konzentriert, die für etwa zwei Drittel des gesamten Geschäftsvolumens verantwortlich sind.

Diese Hauptwährungspaare werden auch „Majors“ genannt. Folgende 6 sind also oft gehandelte Paare:

EUR/USD (27%)

USD/JPY (13%)

GBP/USD (12%)

AUD/USD (6%)

USD/CHF (5%)

USD/CAD (4%)

Im Devisenmarkt wird oft eine Währung einer anderen Währung gegenübergestellt. Das Verhältnis im EUR/USD ist dann z.B. 1,40. Das bedeutet, dass man 1 Euro derzeit 1,40 USD wert ist. In der Regel wird dieses Verhältnis mit 4 Nachkommastellen angegeben, also sagen wir 1,4050 USD.  Die geringste Veränderung in diesem Verhältnis nennt man PIP. Verändert sich also das Verhältnis von 1,4050 USD auf 1,4010 ist der EUR/USD Kurs um 40 Pip gefallen. Es gibt einen BID(Verkauf) und einen ASK(Kauf) preis. Einen Verkauf bzw. Kaufkurs für die Währung. Die Differenz zwischen den Preisen nennt man Spread. Die Bank erhält daher den Spread. Quotiert wird das dann wie folgt: (1,4050 / 1,4052)


Handelsbeispiel

Nehmen wir also an, wir besitzen ein 10.000 Euro Konto. Die EUR/USD Taxierung steht bei 1,4050 / 1,4055. Wir setzen dabei auf ein steigendes EUR/USD Verhältnis. Wenn man Aktien handelt, kann man sich das leicht vorstellen, da man einfach eine Stückzahl an Aktien kauft, z.B. 50 Aktien im Wert von 1000 Euro. Im FX-Markt handeln wir so gesehen direkt Geld. Geld ist also unsere Aktie, unsere Ware, unser Handelsobjekt.

 Anstatt mit „Stückzahlen“ zu handeln, geht man direkt mit 100.000 Euro long (Man kauft 100.000 Euro). Jetzt fragen sie sich, wie man mit einem 10.000 Euro Konto 100.000 Euro „kaufen“ kann. Nun, hier setzt der Hebel an. Es reicht dem Broker lediglich aus, wenn wir 1/100 der bewegten Summe hinterlegen. Wenn wir also 100.000 Euro handeln, ist unsere Positionsgröße im Konto 1000 Euro groß. 9000 sind weiterhin frei verfügbares Kapital, 1000 Euro groß ist unsere EURUSD-Position.

 Bewegt sich das EUR/USD Verhältnis jetzt von 1,4050 auf 1,4100, was ein 50 Pip Anstieg bedeutet, wurden damit 500 Euro verdient. Ihre Positionsgröße von 1000 Euro ist auf 1500 angestiegen. Bei 100.000 Euro, was einem Lot entspricht, ist 1 Pip = 10 USD wert. Es gibt Tage, an denen sich manche Währungspaare 300,400 oder 500 Pips bewegen. Konkret bedeutet das, dass sie sich lediglich mit einem 1 Lot positionieren, damit auch nur zu 10% im Markt investiert sind, und dabei durchaus beträchtliche Summen an Geld verdienen können.

Zusammenfassung:

Ziel ist es immer: Bewegungen zu finden und von diesen Bewegungen möglichst zu profitieren. Gerade durch die Vorteile im Forexmarkt, ist es möglich transparenter, leichter und sicherer von diesen Bewegungen zu profitieren.

Eigenschaften des Tradings:

 (a)    Es braucht Wissen, dass Sie sich in harter Arbeit aneignen sollten. Wir wissen, was Währungen beeinflusst, in diesen Gebieten sollten Sie sich daher auskennen, lernen, lesen und anwenden. (Einflussfaktoren)

(b)   Sie benötigen Regeln, vor allem Ein- und Ausstiegsregeln für Ihre Positionen.

(c)    Sie müssen die Regeln,  einhalten, sie und sich selbst stetig verbessern.

 

Im Prinzip sind diese 4 Dinge wichtig(WAHR-System):

 

WissenAnalyse

Handelssystem

Regelsystem