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Samstag, Januar 19, 2019
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Boersenerfolg_Kapitel_5_1

Wie gehe ich konkret vor?
Die Frage, wie man konkret vorgeht bzw. vorgehen könnte, ruft tendenziell den Eindruck hervor, dass es einen idealen Weg gibt, um „den“ (einen?) Börsenhandel zu erlernen. Vor dem Hintergrund, dass Lernprozesse individuell stattfinden und Erkenntnisse mehr oder weniger individuell aufgenommen, strukturiert und verarbeitet werden, kann man davon ausgehen, dass es keinen „mustergültigen universellen Lernweg“ gibt. Das bedeutet jedoch nicht, dass keine erprobten Vorgehensweisen beim Erlernen von Fachwissen und Lernstrategien vorhanden sind. Die hier vorgestellten Konzepte sind als beispielhaftes Angebot zu verstehen und dienen diesbezüglich als Impulse. Letztlich birgt jede Lernvorgehensweise gewisse Chancen bzw. Risiken, aber irgendwo muss man schließlich anfangen. Ähnlich ist das mit dem Erlernen einer neuen Sprache. Auch hier sind verschiedene Ansätze möglich. Man könnte sich zum Beispiel zunächst mit den Fragen beschäftigen, wie man im Allgemeinen Sprachen erlernt, was sie darstellen und wie sie funktionieren. Ein oft „undifferenzierter harter“ Ansatz ist das schlichte Auswendiglernen von Vokabeln. Folgend arbeitet man sich dann über die Grammatik herzustellen und weitere Aspekte zunehmend tiefer in die Sprache ein. Um hier den Bezug zur Börse herzustellen, wäre das Vokabelnlernen gleichzusetzen mit dem Ansatz Informationen aufzunehmen. Der Vergleich ist passend, weil das Vokabellernen zu Anfang nicht zum vollständigen Spracherwerb führt, ebenso wie  Informationen nicht zwingend zu Fachwissen führen, dennoch aber die Grundlagen legen. Es bedeutet auch, dass die Vokabeln, die zunächst ohne Kontext erlernt werden, die im späteren Satz unterschiedliche Bedeutungen haben können. Auf den Börsenhandel bzw. den Lernprozess bezogen gibt es mehrere Aspekte, die berücksichtigt werden sollten.  Zunächst geht es darum Inhalte zu verinnerlichen. Nicht jedes Wissen, dass man zu Beginn damit verarbeitet, muss im späteren Verlauf nützlich sein. Das allerdings wird man erst dann beurteilen können, wenn man eine Auswahl an Inhalten besitzt. Im Vorfeld Wissensgebiete abzustecken und sich nur auf diese zu konzentrieren, kann zur Konsequenz haben, dass man, ohne es zu bemerken, wichtige Inhalte, ohne sie wirklich zu kennen, ausschließt. Ein offenes, an allem interessiertes, ohne Zeitdruck vollzogenes Lernen hat hier den Vorteil, dass man Inhalte und damit möglicherweise verbundene Erfahrungen nicht im Vorfeld ausschließt, sondern sich eben offen für vieles zeigt.

Was ist die Motivation?
Oftmals ist der Motivationsmotor: Wie verdiene ich Geld – Zeig mir den Weg. Diese Fokussierung kann wie bereits erwähnt den Erwerb von Wissen derart blockieren, dass man überhaupt nicht profitabel wird. Die neu zu lernenden Inhalte werden dabei oft nur mit einer Frage versehen: Bringt mir dieses Wissen am Ende konkretes Geld durch „gute“ Trades oder nicht? (Gut wird hier meistens im Sinne von „profitabel“ verstanden, nicht jedoch ob sie regelkonform durchgeführt worden sind. Damit kann automatisch der Anreiz nicht auf das Regelwerk, sondern auf den reinen Profit gelenkt werden.) Durch diesen Ansatz kann es leicht passieren, dass notwendige und wichtige Inhalte schlichtweg ausgeblendet werden, die auf den ersten Blick nicht nützlich erschienen.
Was ist damit konkret gemeint? Nun, die meisten haben sicherlich schon was von „dieser“ Charttechnik gehört, einer Analyse/Systematisierungs-methode von Kursen. Die beschriebene Geldfokussierung kann sich häufig in der Art zeigen, dass man meisten nur eine Frage beantwortet haben will: Wie mache ich damit Geld? Grundsätzliche Fragen, woher die Markttechnik kommt, was sie beschreibt, wie sie funktioniert (im tieferen Sinne), welche Alternativen es noch gibt usw., spielen meistens keine Rolle. Es geht hier mehr um den reinen Nutzen bzw. das Benutzen.

Autos, Rennen und Motoren
Was interessiert einen schon den der Motor, das Auto oder die Schwierigkeiten der Strecke, wenn ich lenken kann. Ich habe den Rennanzug an, den Helm in der Hand, will lenken und keine Vorlesung darüber hören, wie das Getriebe funktioniert!

racing

Unabhängig von der Markttechnik geht es doch primär erst mal darum, was eine Börse ist, wie Angebot und Nachfrage zueinander finden und wie daraus letztlich überhaupt Kurse entstehen. Wieso kommt es zu „Schwankungen“ bei Kursen und wie lassen sich diese systematisieren. Anstatt sich also auf die Erstellung eines charttechnik-basierten Handelssystems zu stürzen (Hauptsache lenken), muss man die aufgeworfenen grundlegenden Fragen klären (wie ein Motor bzw. Börse funktioniert). Damit ist es noch nicht getan, aber  es wäre ein sinnvoller Anfangspunkt. Weiter geht es dann mit der Frage, wie der globale Handel funktioniert, welche Funktionen Banken, Broker und andere Institutionen haben (z.B. Intermediäre), welche Basiswerte unter welchen Bedingungen gehandelt werden können und welche Partizipationsmöglichkeiten für den Privatanleger vorhanden sind. Wichtig ist auch die Klärung der Frage, welche Marktanalysemethoden es überhaupt gibt und welche Vor- bzw. Nachteile sie bieten (Markttechnik, Elliott Wellen Theorie, Fundamental-, Sentiment- oder Intermarketanalyse). Neben diesen „externen“ Faktoren spielen die „internen“ Faktoren natürlich auch eine Rolle. Wie viel  Zeit und Kapital habe ich überhaupt zur Verfügung und welche Konsequenzen bringt das mit sich? In welchem Umfeld (familiär und beruflich gesehen) setze ich mich mit der Börse auseinander, wie stressfrei gehe ich das Thema an usw.?

Intrinsische und extrinsische Motivation
Im Verlauf der Kapitel wurden verschiedene Typen bzw. Vorgehensweisen angesprochen. Die wissenschaftliche Motivationsforschung nennt maßgeblich zwei unterschiedliche Konzepte für den Ausgangspunkt innerer Impulse. Die intrinsische Motivation steht für das Lernen und Arbeiten aus eigenem Antrieb. Vor dem Hintergrund einer interessanten oder spannenden Bewältigung werden Erfolge als persönliche Befriedigung empfunden. Die extrinsische Motivation besteht aus Lern- und Arbeitsanreizen, die mit positiven Folgen versehen sind oder negative Folgen vermeiden sollen. Die Konsequenz der Handlung steht hier mehr im Fokus als die Handlung selbst. Geld, materielle Güter oder andere Formen der Anerkennung stellen den eigentlichen Antrieb extrinsischer Motivation dar. Besonders relevant für den Börsenhandel ist die Tatsache, dass laut Forschungsergebnissen die intrinsische Motivation in genau jenem Moment abnimmt, wo extrinsische Anreize wie Geld (Profite) angeboten werden. Das scheint wohl hier die wissenschaftliche Beschreibung des Problems zu sein, warum viele Trader zwar vorhaben aus intrinsischer Motivation z.B. den Stop-Loss oder die korrekte Positionsgröße einzuhalten, aber die Aussicht auf enorme Gewinne die ursprüngliche intrinsische Absicht unterläuft. Langfristig scheint der Börsenerfolg, der maßgeblich auch von der Disziplin bestimmt wird, abhängig davon zu sein, ob man die intrinsischen Verhaltensweisen gegenüber den extrinsischen Einflussfaktoren möglichst unbeeinflusst aufrechterhalten kann.

boersenerfolg_geldfalle

Fazit
Abschließend lässt sich zusammenfassend sagen, dass vor allem die Einstellung, Lern- und Leistungsbereitschaft sowie Disziplin und Durchhaltevermögen vor dem Hintergrund einer systematisierten, geduldigen nicht zwangsläufig auf Geld fokussierten Vorgehensweise entscheidend sind. Auf sich selbst zu achten, auf Fortschritte bedacht und gleichzeitig stetig selbstreflektierend zu sein bildet die Basis für erfolgreiches Lernen. Aufgrund der Tatsache, dass Lern- bzw. Erfahrungsprozesse nicht automatisch stattfinden, sollte man sich im Klaren sein, dass die reine Marktpartizipation nicht zwangsläufig zu einem umfangreicheren Fachwissen führt. Um Fortschritte zu erzielen müssen Lernprozesse bewusst wahrgenommen und gesteuert werden. Fortschritt kommt nicht von alleine und meistens auch dann nicht, wenn man täglich mehrere Stunden unreflektiert vor den Monitoren sitzt. Wer Fortschritte machen will, muss seinen „Ist“-Zustand kennen, auf die Ereignisse, die einem widerfahren, sei es durch Wissens- oder Tradeimpulse, eingehen  und diese dann selbstaktiv durch die Transformation in Erfahrung umwandeln. Erfahrung ist dann das Ergebnis einer erfolgreichen Anpassung des vorherigen „Ist“-Zustandes, hin zu einem neuen Niveau des Fachwissens. Mit zunehmendem Fachwissen kann die Lücke zwischen Theorie und Praxis nicht vollständig eliminiert, aber zumindest signifikant verkleinert werden. Zugegebenerweise hört sich der folgende Satz sehr pauschalisierend an und kann auf viele Bereiche bezogen werden, aber letztlich kommt es nicht nur darauf an, was theoretisch der „richtige“ Weg ist, sondern ob man es auch wirklich vollzieht. Anders formuliert: Nur zu wissen, wie bestimmte Dinge sinnvoller wären, reicht nicht aus. Erst das „Tun“, das aktive Vollziehen von Wissen zeigt Wirkung. Gemeint sind hier vor allem die Einhaltung der Handelslogik, die Notwendigkeit zu erkennen, wann man Wissensdefizite hat und wie man diese behebt, sowie die Beachtung des Riskomanagements. Je kleiner das eingegangene Traderisiko gewählt wurde, desto mehr Lernchancen besitzt man. Lernchancen deshalb, weil aus gemachten Trades keine zwangsläufige Erfahrung entsteht. Häufig nimmt man sich selbst jegliche Lernchancen, weil entweder das VDN-Prinzip (Vorbereitung – Durchführung – Nachbereitung) und/oder die korrekte Positionsgröße nicht eingehalten werden. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass nicht nur das aktive Handeln enorme Konsequenz besitzt, sondern auch das bewusste „Nicht-Handeln“. Je mehr man es schafft fachlich unsaubere Trades mit zu hohem Risiko zu vermeiden, desto länger überlebt man. Je länger man überlebt und zusätzlich noch selbstaktiv Erfahrungsprozesse vollzieht, desto „besser“ sollte man in der Regel mit der Zeit werden.

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