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Samstag, Januar 19, 2019
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Boersenerfolg_Kapitel_4_1

Zustand – Ereignisse – Anpassung
Um Begriffe zu beschreiben bietet es sich an mit dem Gegenteil anzufangen. Somit ist das Gegenteil von Stillstand (oder Rückschritt)der Fortschritt. Im positiven Sinne meint der Fortschritt eine Anpassung des gegenwärtigen Zustandes. Um den bisherigen Zustand verbessern zu können, bedarf es einer systematischen Ordnung.  3 Komponenten sind hier wichtig:

(1) Wie sieht der aktuelle Zustand aus?

(2) Welches Ereignis bewirkt aus welchen Gründen eine Anpassung?

(3) Wie soll der „Basiszustand“ nach dem Ereignis angepasst werden?

Chartbeoachtung  – Ereignis – Erkenntnis
Anders formuliert kann man auch sagen, dass ich beinahe täglich zu neuen Erkenntnissen gelangen kann, diese aber nicht zwangsläufig in Erfahrung münden müssen. Erfahrung ist der erfolgreiche Transfer von neuen Erkenntnissen basierend auf einem vorherigen Wissensfundament hin zu einer neuen Basis von Fachwissen. Dieser Annahme folgend kann man grundsätzlich sagen, dass die reine Partizipation keine Erfahrung darstellt. Konkret kann ein Trader also sämtliche Charts auf allen Zeiteinheiten täglich beobachten, Erkenntnisse gewinnen und dennoch stagnieren, wenn die Erkenntnisse nicht in einer systematisch validierbaren Weise zu einem neuen Fachwissen führen.

Das VDN-Prinzip
Das Fachwissen stellt viel mehr als nur die reine Handelslogik dar. Um jedoch die zuvor formulierten Sätze in einen konkreten Kontext zu bringen bedeutet das für das Handelssystem ein systematisches Vorgehen. Dazu zählt nicht nur die exakte Vorbereitung und saubere regelkonforme Umsetzung eines Trades, sondern auch die Nachbereitung. Dieser Punkt wird bei vielen Tradern jedoch meistens unterschätzt. Dabei ist es gerade jene Nachbereitung, die Erkenntnisse hervorbringen kann und damit den Grundstein, falls dann noch der erfolgreiche Transfer erfolgt, für neue Erfahrungen legen kann. Das Erfahrungspotenzial wird also in dem Moment regelrecht abgeschnitten, in dem es bei der Planung und Durchführung bleibt. Leider lassen sich Gesetzmäßigkeiten oder neue Erkenntnisse nicht zwangsläufig an einigen wenigen Beispielen ableiten. Somit bedarf es einer großen Daten- oder Trademenge, die man unter (halbwegs) gleichen bzw. ähnlichen  Verhältnissen über einen längeren Zeitraum auswerten muss. Leider kommt es häufig vor, dass der Trader nicht nur auf die Auswertung verzichtet, sondern den unzureichenden Teil vorher (Planung und Durchführung) derart stark variiert, dass selbst im Falle einer Auswertung keine aussagekräftigen Ergebnisse herauskommen können. Unstetige Verhaltensweisen können darüber hinaus auch noch weitere Ursachen haben. Aufgrund des zahlreichen Informationsangebotes ist es ebenso denkbar, dass eine zu starke Orientierung an fremden Analysen das eigene Vorgehen zu stark beeinflusst.  Hierbei kommt es vor allem darauf an, ob man aus fremden Analysen ebenfalls lernen kann und oder will. Sich für andere Sichtweisen zu interessieren liegt wohl in der Natur eines Traders, allerding kann ein blindes „Folgen“ zur Abhängigkeit vom jeweiligen Analysten oder Signalgeber führen, was den eigenen Lern- und Erfahrungsfortschritt meistens fast vollständig unterläuft.

Tradingtagebuch – (Un)sinn?
In diesem Kontext steht natürlich auch die Frage, ob ein Tradingtagebuch sinnvoll oder sogar notwendig ist. Angenommen man nimmt die vorher formulierten Ansätze an und geht davon aus, dass man sowohl eine mehr oder weniger intensive Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung für durchaus viele Trades durchführen muss, stellt sich die Frage, wie ein Lerneffekt ohne ein Tagebuch bewältigt werden kann. Es ist eine Frage der konkreten Umsetzung. Einträge wie zum Beispiel: „Bin heute eher positiv gestimmt, habe den DAX long getradet bei 9250 Punkten, Stop Loss zu früh nachgezogen“ bieten in der nachträglichen Betrachtung natürlich wenige Ansatzpunkte zur Überprüfung und der daraus entstehenden Verbesserung seiner Handelslogik bzw. seines Fachwissens. In dem richtigen quantitativen Maße ausführlich und nachvollziehbar umgesetzt, ergibt ein Tradingtagebuch daher schon Sinn und hilft aus getätigten Trades Erkenntnisse in Erfahrung zu transformieren. Es ist im Prinzip wie mit den einzelnen Trades. Ein reines, unreflektiertes Auflisten der Trades muss ebenso wie häufiges Handeln nicht zwangsläufig zu Erfahrung führen. Das Auflisten bzw. die Marktpartizipation muss keinen Fortschritt zur Konsequenz haben.
Dieses (negative) Verhalten bzw. Vorgehen wird teilweise durch mehrere Faktoren verursacht oder begünstigt. Zum einen ist die Planung, Durchführung und Nacharbeitung schlichtweg „trockene“  Arbeit. Zum anderen kostet sie Zeit und erfordert Disziplin und vor allem eine systematische(und damit überprüfbare), nicht ständig wechselnde Vorgehensweise.

Der Tisch, das Brett und die vielen Nägel
Vielleicht wird ein gewisser Anteil der Trader diese Problematik vermutlich kaum wahrnehmen und sich demnach damit auch nicht auseinandersetzen können. Dennoch kann man davon ausgehen, dass die fehlerhaften Verhaltensweisen, die wir jetzt undifferenziert in diesem Kontext nicht vertiefen wollen, bekannt sind. Daher steht natürlich daran anknüpfend die Frage im Raum, warum es trotz der „richtigen“ Wahrnehmung entweder zu keinen oder zu falschen Schlüssen kommt. Eine von vielen Antwortmöglichkeiten liegt eventuell in der häufigen Annahme, dass Partizipation zu Erfahrung und damit zu Fortschritt führt, getreu dem Motto: Wenn ich jeden Tag 10 Stunden vor der Kiste sitze, pausenlos Charts beobachte und viele Trades eingehe, stellt sich der Erfolg von alleine ein. Diese Annahme geht fälschlicherweise davon aus, dass Lernprozesse automatisch und vor allem in die „richtige“ Richtung geleitet stattfinden. Somit kann das Gefühl einer intensiven Partizipation die notwendigen Schritte (Reflektierende, systematische Vorgehensweise,  besonders bezogen auf die Auswahl der Handelskriterien und deren korrekte Auswertung sowie den Transferprozess hin zu einem neuen Fundament des Fachwissens) regelrecht „blockieren“. Wenn man es so formulieren will, ist die reine Partizipation ein unsystematischer, versteifter bzw. verengter handlungsorientierter Ansatz. In dem Fall ist es problematisch, da der Trader nach vielen Trades viel „getan“ hat, sich daraus aber keine neue Erfahrung erarbeitet wurde, was am Ende zu einem Frustrationsgefühl führt. Trotz der zahlreichen vielen Arbeit tut sich einfach nichts. Drastisch formuliert könnte man an dieser Stelle visualisierend sagen, dass kein Tisch entsteht, in dem man (un)bewusst Nägel in ein starkes Brett hämmert. Das kann man stellenweise über einen sehr langen Zeitraum machen, zumindest so lange bis die Nägel verbraucht und die Hände blau sind oder man schlichtweg keine Lust mehr hat.

Holztisch_Nageln

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