Boersenerfolg_Kapitel_2_1

Während wir im ersten Kapitel den Fragen nachgegangen sind, mit welcher Motivation oder Intention man an den Börsenhandel herantreten kann und wie sich das auf das Lernen bzw. die Lernbereitschaft auswirkt, soll es nun schon konkreter um die Umsetzung von Trades bzw. das Vorgehen beim Trading gehen. Das Verhältnis von Vorbereitung, Umsetzung und Nachbereitung sowie die unterschiedliche Vorgehensweisen sollen nun erörtert werden.

Pragmatiker oder Theoretiker
Grundsätzlich unterscheidet man beim Vorgehen erneut zwischen zwei Vorgehensweisen. Der eine Ansatz (zu Beginn) zeigt sich eher pragmatisch, während der zweite Ansatz mehr von einem theoretischen Vorgehen geprägt ist. Dieser Aussage ist mit einer gewissen Skepsis zu begegnen, weil man unterscheiden muss, was man hier meint bzw. wann welche Vorgehensweisen auftreten. Ich beziehe mich zunächst auf die ersten anfänglichen Versuche sich der Börse zu nähern und werde diesen Sachverhalt später konkretisieren. Die hier angesprochen Punkte, also das Verhältnis von Gelerntem und neuen Anpassungsimpulsen, hervorgerufen durch die reale Tradingpraxis, greifen wir zu einem späteren Zeitpunkt intensiver auf.

Pragmatischer Ansatz
Beim pragmatischen Ansatz steht das Tun im Vordergrund: Lernen aus gemachten Erfahrungen, in der „echten“ Börsenwelt. Es gilt dabei zu beachten, dass auch hierbei wieder in 2 Arten unterschieden werden kann.

Reflektierender Pragmatiker
Es gibt den einen praxisorientierten, lern- und arbeitsbereiten Anwender, der weiß, dass er im Prinzip kaum etwas weiß und sich spielerisch, meist autodidaktisch vortastet und sich selbst hinterfragend versucht Antworten und Schlüsse für sich und sein Trading zu finden. Dabei geht es  um einen bestimmten „Ist-Zustand“, der durch Ereignisse dazu führt, dass „Ist“ und „Soll“ nicht mehr so richtig zusammenpassen. Aufgrund der neu gewonnen Erkenntnisse erfolgt eine Anpassung, die dann wiederum im Praktischen systematisch! validiert wird. Interessant ist an dieser Stelle das Verhältnis des Tradinganfängers zur Lernbereitschaft, Anpassung und Fehlererkennung. Der Fokus liegt jedoch nicht nur auf der Praxis, sondern auch auf dem systematischen Erfassen von Lern- und Auswertungsprozessen. Es ist ein strukturiertes Vorgehen, mit dem Wissen, wie man mit den Erkenntnissen, die aus der Praxis gewonnen wurden, umgeht. Knapp formuliert: Praxis und die Gedanken, wie ich mit der Praxis umgehe, gehen hier Hand in Hand.

Nicht reflektierender Pragmatiker
Der zweite Typ des pragmatischen Ansatzes besitzt zwar auch ein praxisorientiertes Vorgehen, allerdings steckt dahinter weniger die Fähigkeit zu erkennen, dass dieser Weg eine gewisse systematische Vorgehensweise und teilweise „charakterliche“ Dehnbarkeit braucht. Der Ansatz ist schlichtweg: „Ich sammle Erfahrung und dann kristallisiert sich das „Richtige“ von alleine heraus.“ Diesem Vorgehen liegt die Annahme zugrunde, dass man davon ausgeht, dass dieser Prozess automatisch passiert! Trades oder Tradingereignisse sind hier gleichgesetzt mit Erfahrung. In diesem Fall kann es leicht passieren, dass die Erkenntnisse, ohne längerfristige konstante systematische Verarbeitung und Validierung, zu einer Überfrachtung führen. Die Impulse überwältigen so gesehen den unvorbereiteten Pragmatiker. Anstatt der Herauskristallisierens von „einem Weg“ ergeben sich auf einmal hunderte von Wegen und man weiß irgendwann nicht mehr, wo man „überhaupt ansetzen soll“. Das wiederum resultiert dann meistens in einer Fokussierung auf einem bestimmten Thema. Zum Beispiel konzentriert man sich dann nur noch auf bestimmte Indikatoren oder anderen Themen.

Theoretischer Ansatz
Undifferenziert formuliert setzt der Theoretiker anfangs auf die Macht der Informationen. Je mehr ich weiß, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit Fehler zu vermeiden und Gewinnchancen zu steigern. Damit ist noch keine Aussage über das Verhältnis zwischen Fachwissen und Umsetzung getroffen. Es geht lediglich darum die anfänglichen Vorgehensweisen etwas abzugrenzen. Wie beim Pragmatiker gibt es auch hier maßgeblich 2 Typen, die man voneinander unterscheiden kann.

Reflektierender freier Theoretiker
Der erste Typ des Theoretikers fragt sich primär erst mal nicht, welches gezielte Wissen er benötigt um Erfolg an der Börse zu haben. Wobei man an dieser Stelle fragen muss, was Erfolg heißt und wie die Definition zu unterschiedlichen Zeitpunkten einer Traderentwicklung aussehen kann. Prägnant könnte man diesen Typ so zusammenfassen, dass er primär lernt um zu lernen. Er ist sich darüber hinaus bewusst, dass der Lernprozess wiederum in unterschiedliche Prozesse gegliedert ist. Die Fähigkeit sich selbst „von oben beim Lernen bzw. Umsetzen des Gelernten“ zu sehen ist teilweise mehr oder weniger stark ausgeprägt. Ich würde hier von einer Reflexionsfähigkeit-/Kompetenz sprechen. Alles geschieht in einer offenen, aber durchaus systematischen Vorgehensweise. Nicht nur das Gelernte steht im Fokus, sondern auch der Ablauf des Lernens an sich.

Nicht reflektierender selektiver Theoretiker
Der zweite Typ beschäftigt sich meistens gezielter mit der  Frage: Was muss ich lernen, um Geld zu verdienen? Das Wissen wird vorrangig angestrebt um es in funktionaler Weise zu benutzen. Mittel zum Zweck, und alles was „unnötiges“ Wissen darstellen könnte, wird ausgespart. Hierbei kann es zu einer Verengung kommen, da man meistens noch nicht einschätzen kann, wann ich welches Wissen überhaupt benutzen bzw. bewerten kann. Dieser selektive, auf Effizienz ausgerichtete Ansatz kann dazu führen, dass man sich mit bestimmten Inhalten gar nicht beschäftigt und sich zu stark auf die Frage konzentriert, wie man das „Fach“-Wissen in der Praxis umsetzen kann. Der Fokus liegt somit weniger auf dem Fachwissen an sich, sondern auf der Lücke, die zwischen Theorie und Praxis besteht. Es geht somit weniger um ein freies systematisches Lernen. Man stellt sich weniger die Frage,  wie der Lernprozess im Allgemeinen stattfindet oder stattfinden kann, sondern marschiert strickt diesen oder jenen  Lernweg, der zum Ziel führen soll.

Egal welcher Vorgehensweise man nun eher folgt, kommt man zwangsläufig immer zum Verhältnis von Fachwissen und dessen konkreter Umsetzung.

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