+70 Punkte DAX Scalptrade

simon_profilbild_klein Autor Simon Schreiber
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Unternehmen Scalp-Trading.com
Offenlegung Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert, gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte.

DAX-H4 / +70 Punkte

In der heutigen Tradebesprechung geht es um einen Scalptrade im Deutschen Leitindex, welchen ich am gestrigen Mittwoch den 07.10.2015 durchgeführt habe. Beginnen wir wie immer zunächst mit der übergeordneten Situation und betrachten uns dafür den DAX auf dem H4 Chart. Deutlich zu erkennen ist die Konsolidierungsphase (9.300 – 9.750 Punkten) welche ausgeformt wurde, nachdem der DAX zum zweiten Mal die Marke von 9.300 Punkten antesten konnte. Nahezu punkt genau reagierte der Index in dieser Zone bullische und stabilisierte sich mehrere Male. Die Konsolidierung (W-Formation(lila)) wurde in der vergangenen Handelswoche im Zuge der FED Pressekonferenz und den NonFarmPayrolls bullisch aufgelöst. Untergeordnet herrschte bullisches Momentum vor und das Marktmuster von steigenden Tiefs und Hochs zeigte sich intakt. Am Montag knüpfte der Index an die Anstiege der letzten Tage an und setzte Aufwärtsbewegung weiter fort. Shortpositionen wurden regelrecht aus dem Markt gedrückt. Doch für den Fortbestand einer neuen Aufwärtsbewegung war die Korrektur genauso wichtig wie die Bewegung und diese lies deutlich auf sich warten. Erst am Dienstag setzte zum Handelsbeginn eine Abwärtsbewegung (Downgap) ein, welche sofort und direkt wieder gekauft wurde. Diese Kaufkraft setzte sich über den gesamten Handelstag weiter fort und die Verluste wurden komplett egalisiert. Nachdem auch das Vortageshoch gebrochen wurde verbuchte der DAX neue Hochs und notierte anschließend unmittelbar unter der psychologischen Marke von 10.000 Punkten. Diese Hürde wurde am darauffolgenden Mittwoch überschritten. Doch die Aufwärtsbewegung war zu diesem Zeitpunkt schon sehr weit gelaufen und ausgedehnt. Die jüngste Korrektur zeigte sich als 150 Punkte Abwärtsbewegung, nachdem der Index fast 700 Punkte angestiegen war. Eine größere Korrektur wurde somit zunehmend wahrscheinlich. Wie auf dem H4 Chart markiert, erreichte der DAX nun stark überkauft das 76er Retracement der jüngsten Impulsabwärtsbewegung.

Nun kommt mein Shorttrade ins Spiel. Wenn es einen Zeitpunkt gab den DAX zu Short, dann war es am 76iger Retracement bei 10.070 – 10.090 Punkten. Rein charttechnisch befand sich der Index untergeordnet in einem intakten Aufwärtstrend, auch das Momentum drückte klar bullisch. Dies änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass der Index ohne nennenswerte Korrektur angestiegen war.

Für mich persönlich handelte es sich hier um ein mustergültige Tradingchance. Der Kurs erreichte stark überkauft einen markanten Widerstandsbereich (76iger Retrace + markante Durchbruchstiefs). Ich sagte mir, wenn der Kurs mir eine schöne Umkehrformation gibt (Seitwärtsphase, Doji, M1 Trendwechsel), kann man mit einem engen Stop einen Short wagen. Auch wenn man eine gewisse Erwartungshaltung an jeden Trade hat, ging es mir hier lediglich um einen Punkt im Markt an dem Bewegung entstehen kann. Ich war mir dessen bewusst, dass die Möglichkeit gegeben war, dass hier eine größere Korrektur eingeleitet wird. Da mein Handelssystem jedoch sehr kurzfristig ausgelegt ist, entschied ich mich für eine Scalping Position mit einem aggressiven Stoploss.

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Quelle: Eigene Darstellung.

Auf dem M15 Chart wird das Marktmuster von steigenden Tiefs und Hochs deutlicher. Vor allem die Aufwärtsbewegungen etablierten sich meist als starke Impulse, gefolgt von einer Seitwärtsbewegung als Korrektur. An dieser Stelle sei erneut erwähnt, dass zu diesem Zeitpunkt aus kurzfristiger Sicht alles Long gerichtet war. Der Test des 76iger Retracements stand nun bevor und es gab für mich lediglich zwei Möglichkeiten. Entweder er schießt direkt durch – kein Trade, weder Long noch Short, oder aber eine Gegenreaktion setzt ein, welche ich mit einem engen Stop Short wahrnehmen könnte. Wie es der Zufall so wollte, war mir an diesem Tag das Glück wohl gesonnen und der Kurs formte eine mustergültige Seitwärtsphase aus – “genau DAS will ich hier sehen!”. Dazu kam, dass trotz intaktem Aufwärtstrend die Aufwärtsdynamik immer weiter abnahm – Stichwort “Price Action”!.

07_10_2015_DAX_M15_02

Quelle: Eigene Darstellung.

Ich wechselte auf meinem Hauptmonitor auf den ultra kurzfristigen M1 Chart (weitere Timeframes auf anderen Monitoren weiter im Überlick) und betrachtete mir das Kursverhalten am 76iger Retracement. Tatsächlich konnte eine kleine Seitwärtsphase eingeleitet werden. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt sowohl die bullische, als auch bärische Auflösung möglich war, konzentrierte und präferierte ich mich auf die bärische Auflösung. Nach wenigen Minuten wurde meine Shortpositionen beim direkten Bruch der Range eröffnet. Der Rest war Routine, Stop über die Range, DowJones und SPX im Blick, das andere Auge auf den EURUSD und schauen was passiert. Der Trendwechsel etablierte sich und das Marktmuster von steigenden Tiefs und Hochs wurde abgelöst. Der Stop wurde das erste Mal nachgezogen, nachdem der Trade 25 Punkte im Plus notierte. Anschließend hielt ich mich an das aggressive Nachziehen des Stops. Sobald ein neues Tief generiert wird, (M1-M5 Schlusskurs) wird der Stop auf das letzte oder vorletzte Tief nachgezogen.

07_10_2015_DAX_M15_M1

Quelle: Eigene Darstellung.

Knapp 45 Minuten später wurde sogar die psychologische Marke von 10.000 Punkten erneut unterschritten. Ich betrachtete nebenbei das M15 Chartbild und sah den markierten Bruch der aufwärts gerichteten Unterstützungslinie. Lachend dachte ich an meine Anfänge zurück und erinnerte mich in solchen Situationen an Gedankengänge wie : “Jetzt kommt die große Korrektur und ich bin am Top drin, geil”. Zum aktuellen Zeitpunkt fand ich den Trade weder “geil”, noch bekam er von mir irgend eine persönliche Wertung. Es war ein Trade wie “jeder” andere. Analysiert, gesucht, gefunden und durchgeführt.

Da mein nachgezogener Stop mein eigentlicher Take Profit war, sah ich keinen Grund die Position vorzeitig zu schließen. In der Spitze notierte der Trade mit knapp + 130 Punkten.

07_10_2015_DAX_M15_03

Quelle: Eigene Darstellung.

Wie bereits erwähnt, wurde der Stop aggressiv auf das letzte M1 Hoch nachgezogen. In meinem Fall lag das letzte Tief weit entfernt vom Bewegungstief bei 9.945 Punkten. Natürlich hätte man in diesem Bereich die Position vorzeitig schließen können. Umso mehr hätte ich mich jedoch geärgert, wenn er dann weitere 100 Punkte gefallen wäre und ich ihn zu früh geschlossen hätte. Daher war es für mich völlig ok, dass ich von 130 möglichen Punkten mit +70 Punkten ausgestoppt wurde, dafür aber meinem Handelssystem treu geblieben bin.

07_10_2015_DAX_M1_2

Quelle: Eigene Darstellung.

Fazit : 

Ich bleibe dabei, dass ich mich im Zweifelsfall Nie! gegen das untergeordnet vorherrschende Momentum stellen würde. In diesem Fall kam jedoch die übergeordnet überkaufte Situation und die mustergültige Umkehrformation (bärische Auflösung Seitwärtsphase am 76iger Retra) hinzu, welche mich zu diesem Trade hat hinreißen lassen.

07_10_2015_DAX_M15_Statement

Quelle: Eigene Darstellung.

Bei weiteren Fragen und Anregungen zum Trade stehe ich gerne zur Verfügung.

Viel Erfolg weiterhin,

Simon Schreiber.

Risikohinweis:

Die von Scalp-Trading.com veröffentlichen Analysen und Inhalte können nicht nur mit Gewinnen, sondern auch mit Verlusten einhergehen, selbst wenn sie gemäß einer Empfehlung eingesetzt werden. Insbesondere der Handel mit Hebelprodukten (u.a. Devisen, Derivaten und Rohstoffen) kann spekulativ sein, und Gewinne und Verluste können variieren.


Der Autor der vorstehenden Finanzanalyse ist Simon Schreiber. Er ist von Beruf Händler und Analyst von Scalp-Trading.com. Herr Schreiber hat die vorstehende Finanzanalyse für das Unternehmen Scalp-Trading.com erstellt. Sie wurde gemäß unseren Compliance- und Qualitätsmanagements-Konzepts geprüft. Die Trennung zwischen persönlicher Meinung (Ausblick/Analyse) und objektiver Faktensituation (Marktlage) erfolgt durch die visuelle Gliederung des Textes. Sofern sich aus dem Text nichts anderes ergibt, sind die Preise der jeweiligen Basiswerte um 8:00 Uhr morgens zugrunde gelegt worden. Die vorstehende Finanzanalyse ist vor deren Weitergabe oder Veröffentlichung den betroffenen Emittenten nicht zugänglich gemacht und nicht nachträglich geändert worden. Die bei der vorstehenden Finanzanalyse angewendeten Bewertungsgrundlagen und Bewertungsmethoden heißen Charttechnik und Stochastische/Statistische Auswertungsprozesse. Die für das Unternehmen Scalp-trading.com zuständige Aufsichtsbehörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn, Tel. +49 228 / 4108 – 0, E-Mail: poststelle@bafin.de.

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