Basisvideo: Wie werde ich ein guter Trader? Qualität im Trading.

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Wie werde ich ein guter Trader? Qualität im Trading

Der Titel des Videos ist bewusst mit dieser Formulierung gewählt. Prinzipiell kann man letztlich objektiv sagen, was ein guter Trader „ist“. Man erwartet von diesem, dass er mit einem bestimmten Handelsstil,  unter Einhaltung von Regeln und Systemen sowie der Beachtung von Risk- und Moneymanagement, bei geringen Depotschwankungen und vor dem Hintergrund eines vernünftigen Chance-Risiko-Verhältnisses beständig an den Märkten agiert. Am Ende sollte schließlich ein Performancezuwachs vorhanden sein. Wie man also einen guten Trader „definiert“ und wie man einer wird, sind daher zwei verschiedene Dinge. In diesem Video soll es also um die konkreten Schritte, um den Weg gehen. Grundsätzlich kann das Video nur einen von vielen möglichen Antwortversuchen bieten. Die vollständige exakt definierbare Vorgehensweise hängt von vielen Faktoren und Umständen ab. Der Weg scheint hier das Ziel zu sein.

Tradingsetups (Ideen und Inhalte) sind das Ergebnis vorheriger Arbeit. Letztlich stellen sie das geistige Produkt dar, welches in der Realität greifbar wird. Tradingideen / -Setups sind  gefilterte Ergebnisse. Anders formuliert handelt es sich um eine Selektion, eine gefilterte Auswahl. An dieser Stelle kann man bereits sagen, dass mit „Qualität im Trading“ eigentlich „Selektion und Sortierung“ gemeint ist. Erst die Auswahl mit Hilfe von Unterscheidungskriterien schafft die (qualitative) Abgrenzung. Bezogen auf Handelssignale können diese beispielsweise in folgende Kategorien unterteilt werden:

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Nehmen wir beispielsweise an, dass es sich hierbei um eine Bewertung bzw. Selektion des EUR/USD handelt. Mit Qualität ist hier gemeint, wie nahe das Setup (aus marktanalystischer/charttechnischer) Perspektive dem „Ideal“ im Tradingplan entspricht. Die restlichen Kriterien (Zeithorizont, Nachrichten usw.) erklären sich von selbst. Bei der Analyse des EUR/USD kommt heraus, dass die einzig „gute Qualität“ im langfristigen Zeithorizont bei normaler Nachrichtenlage vorhanden ist. Mit dieser Einordnung zeigt sich bereits, dass ich z.b. ein qualitatives Signal auf dem kurzfristigen Zeithorizont nicht handeln kann, weil die einzige gute Möglichkeit nur im langfristigen Horizont zu finden ist. Diese 4 Kriterienboxen bieten diesbezüglich einen Ansatzpunkt eigene Filterkriterien zu nutzen. Natürlich sollte man daher an einem eigenen Filter arbeiten. Bezogen auf 2 Basiswerte würde in diesem Beispiel das fiktive Ergebnis wie folgt aussehen:

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Betrachtet man diese in dem dargestellen Beispiel stellen wir Folgendes fest:

(a) im EUR/USD gibt es maximal ein mittelmäßiges mittelfristiges Setup

(b) im GBP/USD ist ein gutes Setup vorhanden, allerdings nur im kurzfristigen Zeithorizont vor dem Hintergrund vieler Nachrichten.

Um nun die „hochwertigen“ Setups, die ich suche, herauszufiltern, kann die Selektionstabelle daher nicht nur 2 Werte beinhalten, sondern muss mit einer größeren Datenmenge gefüllt werden.  Wichtig dabei ist der Hinweis, dass ich nur dann Tabellen füllen kann, wenn ich eindeutige Handelskriterien aufgestellt habe. Sollte das nicht der Fall sein, ist man stellenweise gezwungen jeden Chart aufs Neue zu interpretieren. Man sucht also nicht gezielt mit Kriterien, sondern interpretiert teilweise bis ins Unendliche. An dieser Stelle wird das Video „Was tradest du eigentlich“ empfohlen.

Erfolgreiches Trading hängt maßgeblich von diesen 4 Schritten ab:

(1) Zu Beginn steht die Festlegung (Handelskriterien), was ich eigentlich suche ohne in einen Interpretationswahn zu verfallen.

(2) Wurde das definiert steht man vor der Aufgabe eine große Menge an Daten effektiv anhand seiner Kriterien zu analysieren/scannen. Dabei geht es darum, wie man möglichst effektiv und sinnvoll die Charts auswertet, ordnet und auswählt.

(3) Die Trades müssen regelkonform umgesetzt werden!

(4) Erfolgte auch dieser Schritt, sollte nach der Dokumentation eine intensivere Auswertung der Trades erfolgen.

In der Realität mangelt es also an exakt definierten Handelskriterien, die nur auf wenige Basiswerte angewandt  und im Folgenden auch nicht ausgewertet werden.  Statt ein gewisses Ideal zu definieren und nur dieses persönliche Qualitätssetup zu finden bzw. zu handeln, wird eher ein mittelmäßiges oder schlechtes Signal gehandelt, weil das, was man eigentlich wollte so in der Form nicht vorhanden ist. Es wird also gehandelt, was „mal“ „mehr oder weniger“ dem Qualitätssignal nahe kommt. Das schwächt nicht zwangsläufig, aber durchaus mit hoher Wahrscheinlichkeit die Qualität des eigenen Tradings.

Herrschen hier ständige veränderte Bedingungen tendiert das System mehr oder weniger zum Chaos: das eigentliche Signal war nicht da, also handelte man das nächstbeste mit unstetigen Ansätzen und Positionsgrößen. Falls eine Auswertung erfolgt, bezieht diese sich ja nur auf das mittelmäßige Signal und nicht auf das, was man eigentlich handeln wollte. Man könnte auch davon sprechen, dass sich „alles irgendwie verwässert“ und keine richtige Struktur einstellt, die konkreten Fortschritt fördert.

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Die Frage die sich also vor jedem Trade stellt ist, ob der Kompromiss zwischen dem eigenen Setup und der eigentlichen gewünschten Qualität („persönliches Idealsetup) vertretbar ist. Daher ist die exaktive Definition des eigenen Handelssystems so notwendig. Wenn ich diesbezüglich nämliche keine eindeutigen Kriterien habe, muss ich bei jeder neuen Tradingsituation eine unstrukturierte Abwägung (Interpretation) vollziehen. Der strukturierte Trader mit eindeutigen Handelskriterien wird ohne viel Zeitverlust sehen/erkennen, wie viel Prozent seiner Kriterien konkret auf dieses Setup zutreffen. Folgend kann er somit auch das Setup qualitativ einordnen (z.B. 7 von 10 Kriterien erfüllt).

Als Antwort auf die Frage, was Qualität im Trading bedeutet, lässt sich die folgende Grafik anführen, welche die wichtigsten Punkte aus unserer Perspektive beinhaltet:

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