CFDS

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung – Was sind CFDs?

3. Herkunft/Entstehung

4. Rechenbeispiele/CFD Arten

5. Kosten/Risiken

6. CFD Alternativen/ CFDs im Vergleich

1. Einleitung

Immer wieder werden Trading Anfänger, Erfahrene aber auch Profis an der Börse mit dem Begriff „CFDs“ konfrontiert.

Doch was bedeutet dieser Begriff überhaupt?
Was ist ein CFD?
Wie benutzt ein Händler an der Börse dieses finanzielle Instrument?
Was bedeutet überhaupt der Begriff finanzielles Instrument?
Handelt man ein CFD oder doch ein Future? Wo ist der Unterschied?

All diese Fragen erreichten unsere Redaktion im Laufe der Zeit in Form von Emails und Anfragen. Aufgrund dieser Anfragen haben wir uns entschlossen, ergänzend zum CFD Video Tutorial, ein schriftliches Tutorial zu erstellen.
In diesem Tutorial beantworten wir ausführlich alle Fragen, Probleme und Begriffe rund um das Thema Trading mit CFDs. Erklärungen zu CFDs findet man überall im Internet, egal ob bei Google oder anderen Suchmaschinen. Die meisten Erklärungen oder Definitionen eines CFDs beginnen immer wieder mit „Ein CFD ist ein Differenzkontrakt“ oder „Ein CFD ist eine Art Margin-Handelsinstrument“. Aber seien wir doch ehrlich.Wer, vor allem auch Anfänger beim Trading, kann mit dieser Vielzahl von Begriffen etwas anfangen? Sollte es nicht doch etwas einfacher und verständlicher zu erklären sein? Natürlich, wer sich mit dem Thema intensiv beschäftigt hat, wird keine Probleme mit diesen Begriffen haben. Doch gerade Anfänger kommen schon bei den Grundbegriffen und Zusammenhängen leicht in Schwierigkeiten. Wir werden Sie im weiteren Verlauf systematisch an das komplexe Thema heranzuführen. Während des Tutorials werden Ihnen mit Sicherheit weitere Fragen einfallen. Bitte schreiben Sie sich diese am besten auf. Am Ende unseres Tutorials ist ein Begriffsglossarzu finden, welches Ihre restlichen Fragen beantworten sollte.

2. Was sind CFDs?

An diesem Punkt holen wir etwas weiter aus. Was macht ein Händler an der Börse? Er handelt! Aber womit handelt er eigentlich? Aktien? Optionsscheinen ? Futures? Kontrakte? CFDs? Die Begriffe umfassen die verschiedenen Möglichkeiten aktiven Handel an der Börse zu betreiben und werden unter dem Oberbegriff „Finanzinstrumente“ zusammengefasst. Der Händler an der Börse ist prinzipiell vergleichbar mitdem Händler im Supermarkt. Auch dort wird,wie an der Börse, mit Waren gehandelt. Sie werden entweder verkauft oder gekauft. Mit welcher Art von Waren gehandelt wird ist dabei erst einmal nebensächlich. Nichts anderes macht ein Marktteilnehmer an der Börse. Er handelt mit verschiedenen Waren in verschiedenen Formen. Zu beachten ist das CFDs nicht börsennotiert sind, sondern außerbörslich im so genannten „Over-the-Counter“-Markt (OTC) gehandelt werden.

Wofür steht CFD?

CFD steht für „Contract for Difference“. Ins deutsche übersetzt ein Differenzkontrakt. Aber wasist eigentlich ein Differenzkontrakt?

An der Börse gibt es immer einen Kauf-und Verkaufswert, egal ob es sich um eine Aktie oder Währung handelt. Die Differenz von Kauf und Verkaufswert ist das, was für einen CFD Händler interessant ist. Diese Differenz fällt je nach Kaufwert oder Verkaufswert sehr unterschiedlich aus. Einen Marktteilnehmer, der mit CFDs handelt, interessiert „nur“ der Preis bzw.die Wertentwicklung zwischen seinem Kauf und Verkaufswert. Er erwirbt diesem Handelkeinerleiphysische Werte. Was bedeutet physische Werte? Der Händler erwirbt oder besitzt mit einem CFD Kontrakt zu keinem Zeitpunkt eine Aktie, Rohstoff oder Anleihe real.

Warum sollte ich dann überhaupt mit CFDs handeln?

CFDs bieten die einzigartige Möglichkeit der Hebelwirkung. Man kann mit einer kleinen Investition, je nach Hebelgröße, große Summen bewegen und große Gewinne erzielen. Doch wo ist hier der Haken? So verlockend der Handel mit CFDs auch ist, die Hebelwirkung kann natürlich auch gegen den Trader laufen. Dadurch ergeben sich  große Risiken, auf welche in einem späteren Kapitel ausführlicher eingegangen wird. Eine Besonderheit der CFDs ist Möglichkeit entweder auf steigende aber auch auf fallende Kurse zu spekulieren. Dies sind dann sogenannte Leerverkäufe. An dieser Stelle weisen wir erneut darauf hin, dass einen CFD Trader lediglich die Entwicklung des jeweiligen CFD Kontraktes interessiert. In Verbindung mit CFDs wird immer der Begriff Marginhandel auftauchen. Doch was ist Marginhandel? Wenn man eine Investition mittels eines CFD tätigt, wird bei einem Emittenten (beispielsweiseder jeweilige CFD Broker), ein Bruchteil des tatsächlichen Handelsvolumens, je nach Positions-und Hebelgröße,als Pfand hinterlegt. Diesen „Pfand“ erhält man nach Abschluss des Trades vom Broker zurück. Wenden wir nun diese Informationen auf den Handel an der Börse an. Nehmen wir ein fiktives Beispiel. Ein Marktteilnehmer möchte sein Geld in ein Währungspaar investieren, beispielsweise den EUR/USD. Er entscheidet sich für einen CFD Kontrakt und spekuliert auf eine EURO Stärke. Damit würde er von steigenden Kursen profitieren. Um diesen Handels abzuschließen hinterlegt er von seiner Investition einen bestimmten Margin.Dieser kann prozentual und in Abhängigkeit vom Hebel und natürlich vom ausgebenden Emittenten unterschiedlich ausfallen. In unserem Fall gehen wir davon aus das die Spekulation des Händlers aufgeht. Der EUR zeigt Stärke und steigt um 100 Punkte. Das Ziel des Trades wurde erreicht, die Position wird geschlossen und der Anleger erhält den Gewinn und die Margin zurück.Zur besseren Verdeutlichung nehmen wir ein kurzes Beispiel mit Zahlen.

Der DAX notiert momentan bei 5.000 Punkten und Sie entscheiden sich zum Kauf von 5 Kontrakten. Ein CFD auf den DAX kostet angenommen nur 1% von 5.000 also 50 Euro. Bei 5 Kontrakten müssen Sie in diesem Fall 250 Euro aufwenden und bei dem Broker Ihrer Wahl als Margin hinterlegen. In diesem Fall bewegen Sie also mit Ihren 250 Euro eine beeindruckende Summe von 50.000 Euro. Dies ist nur ein kleines Rechenbeispiel und den Sachverhalt zu verdeutlichen.Eine genauere Berechnung erfolgt im 4. Kapitel.

3. Herkunft/Entstehung

Entstanden sind die CFDs in Großbritannien in den 80-er Jahren. Damit sollte die sich negativ auf den Ertrag bei Wertpapiergeschäften bzw. anderen Finanztransaktionen auswirkende Stempelsteuer umgangen werden. Zur damaligen Zeit musste jeder Aktienhändler oder Aktieninhaber Steuern zahlen. Die sogenannte Stempelsteuer. Der Aktienhandel wurde durch diese Steuer immer unattraktiver, da den Händlern ein Großteil des zu erzielenden Gewinnes verloren ging.  So entstanden, Differenzkontrakte („Contract for Differences) mit dem Hintergrund die Stempelsteuer zu umgehen. Der Unterschied war, dass die Aktienhändler jetzt Aktien via CFD Kontrakt kaufen konnten, diese aber nicht im eigenen Depot hatten. Geführt wurde die Aktie jetzt bei der jeweiligen Bank, über die man den Differenzkauf abgeschlossen hatte. Durch diese Idee musste man keine Stempelsteuer mehr zahlen, da man die Aktie physisch nicht besaß, sondern nur den Namen im Depot der Bank führte. Um den Handel abzuschließen, musste der Investor lediglich eine Sicherheitsleistung, den Margin, hinterlegen. Der Unterschied zum heutigen Trading ist dass die Aktienhändler damals auch den vollen Preis gezahlt hätten, denn eigentlich ging es primär nur um die Umgehung der Stempelsteuer. Einige Jahre später erkannte man das große Potential der Differenzkontrakte, bis es schließlich selbst den Privatkunden von ihren Banken angeboten wurde. Ende der 90er Jahre fingen erste Händler in Deutschland an, sich mit Differenzkontrakten zu beschäftigen.

4. Rechenbeispiele und CFD-Order Arten

 Starten wir mit einem Aktienbeispiel.Um das Wissen der CFDs zu vertiefen vergleichen wir in unserem Beispiel einen CFD Handel auf eine Aktie mit einem normalen Aktienhandel. Beiden Händler steht ein Konto von 10.000€ zur Verfügung. Ausgangslage: Die BASF Aktie notiert auf Xetra bei 60€ (Geldseite/Verkaufswert) zu 61€ (Briefseite/Kaufwert). Die CFD Kurse sind identisch. Nach einer ausführlichen Marktanalyse, gehen Sie von steigenden Kursen aus. Sie kaufen 100CFDs der Aktie zum angebotenen Preis von 61€.

CFD-Aktien Händler:

Um diesen CFD Handel abzuschließen müssen wir beim Emittenten eine Sicherheitsleistung von 10% (Margin) hinterlegen. Die Margin ergibt sich aus (100CFDs * 61€ Aktienwert = 6100€ davon 10% = 610€). Wir müssen also, solange unsere Position offen ist, 610€ beim Emittenten hinterlegen. Wir eröffnen die Position und der Margin wird automatisch von unserem Startkapital abgezogen.

Normaler Aktien Händler:

Er braucht sich nicht um Sicherheitsleistungen bei seinem Broker bzw. Emittenten zu kümmern. Bei ihm sieht die Rechnung etwas einfacher aus. 100 Aktien * 61€ = 6100€, der Händler muss über die Hälfte seines Kapitals aufbringen um solch eine Investition zu tätigen.Schauen wir uns im nächsten Schritt die Wertveränderung der jeweiligen Depots bei einem Anstieg oder Abstieg der Aktie an.Die nachfolgenden Tabelle zeigt zusammengefasst die Gewinn/Verlust Veränderung der beiden Positionen bei einem Einstieg bei 61 € (weiß gekennzeichnet). Die Angaben sind ohne Berücksichtigung von Transaktions-und Finanzierungskosten.

CFD_tutorial_001

Große Unterschiede sind in dieser Grafik noch nicht zu erkennen.Doch wie sieht der Renditevergleich aus?

Rendite = Gewinn / Eingesetztes Kapital

Renditerechnung Aktientrader :

Gewinn        eingesetztes Kapital   prozentualer Gewinn

300                     6100 €      =  4,9 %

Renditerechnung CFD Aktientrader :

Gewinn        eingesetztes Kapital   prozentualer Gewinn

300                        610 €      =   49,2 %

 Die nachfolgenden Tabelle zeigt zusammengefasst die prozentuale Veränderung der beiden Positionen bei einem Einstieg bei 61 € (weiß gekennzeichnet).Die Angaben sind ohne Berücksichtigung von Transaktions-und Finanzierungskosten.

CFD_tutorial_002

Während der der Aktienhändler bei einem Gewinn von 300 €  4,9 % Rendite verbuchen kann, liegt der CFD Aktientrader hier deutlich vorn. Aber es gilt hier zu beachten, dass der CFD Trader in diesem Fall mit einem Hebel von 10 unterwegs ist, dieser auch gegen Ihn laufen kann. Wie kommt man denn nun auf den Hebel von 10?Hier gilt folgende Rechnung:

Hebel    =                Kapitaleinsatz Aktienkauf       /           Kapitaleinsatz CFD Kauf

10          =             6100 € (Einsatz Aktienkonto)    /      610 € (Einsatz CFD Aktienkonto)

Ziehen wir nun ein erstes  Fazit:  Der geringe Kapitaleinsatzes des CFD Kontos aufgrund der Hebelwirkung lässt die Rendite oder aber natürlich auch den Verlust der CFD Investition 10 fach höher (Hebel) als ein vergleichbarer Aktienkauf ausfallen.Wie sieht das Ganze aber bei den Devisen (Währungspaaren) aus?Nehmen wir den EUR/USD (Euro gegen US-Dollar).Wir beginnen wieder mit einem Kaufbeispiel (beim Trading als Longposition bezeichnet).Der Kurs notiert aktuell bei 1,3010 – 1,3012 € / USD.Gekauft werden 2 Kontrakte. Aber wie viel ist eigentlich 1 Kontrakt in diesem Fall wert?

Für jedes Devisenpaar gibt es

Standardkontraktgrößen : 1 Kontrakt = 100.000 der erstgenannten Währung und

Minikontraktgrößen      : 1 Kontrakt = 10.000 der erstgenannten Währung

Kommen wir zur Berechnung:

2 Standard Kontrakt oder auch Standard-Lot genannt ergeben in diesem Fall

200.000 € x1,3012 $ / € =  260.240,00 $.

Dies ist eine sehr hohe Summe. Doch beim CFD Handel muss nur die Margin, in diesem Fall 0,5 % der Summe hinterlegt werden.Dies ergibt ein einzusetzendes Kapital von:

0,5%  * 260.240,00 $ = 1301,20 $

 Steigt oder fällt der Kurs des Basiswertes um 1 Punkt (Pip) entspricht dies in unserem  Trade 20 $ (0,0001 * 200.000 (2 Lot / Kontrakte) .

Steigt der  Euro wie erwartet auf 1,3050 $/€ ergibt sich folgendes Ergebnis:

( Eröffnungskurs        –           Schlusskurs )     *    Stückzahl     =   Gewinn/Verlust

( 1,30121,3050       ) * 200.000€ = 760 $

 Fällt der Euro jedoch auf 1,2978 $/€ ergibt sich folgendes Ergebnis:

( Eröffnungskurs        –           Schlusskurs )     *    Stückzahl     =   Gewinn/Verlust

(       1,3012       1,2978       )    *     200.000€    =           -680 $

EUR/USD Verkauf (Short) – In diesem Berechnungsbeispiel setzen wir auf einen fallenden Eurokurs.

 Verkauf 1 Mini Lot (10.000 Kontrakte) bei 1,3100 €/USD – Kursziel 1,3040 €/USD

Steigt oder fällt der Kurs des Basiswertes um 1 Punkt (Pip) entspricht dies in unserem  Trade 1 $ (0,0001 * 10.000 (1 Minilot).

(Eröffnungskurs         –           Schlusskurs )     *    Stückzahl     =   Gewinn/Verlust

(       1,3100                                        1,3040          )      *       10.000€    =            60$

Hier ein weiteres Shortbeispiel: Währungspaar EUR/JPY

Der Kurs notiert aktuell bei 103.90 – 103.93. Aus fundamentaler Sicht tendieren wir auf eine YEN Stärke und verkaufen bei 103.90 2 Minilot.Unser Kursziel dieses Tradesliegt bei 102.55 EUR/JPY. Steigt oder fällt der Kurs des Basiswertes um 1 Punkt (Pip) entspricht dies in unserem  Trade 200 Yen. (1 Pip = 0,01 * 20.000 (2 Minilot) = 200 Yen)

( Eröffnungskurs                   Schlusskurs )     *    Stückzahl     =   Gewinn/Verlust

( 103,90                                 102,55 )           *        20.000     =    27000 YEN = 263,39 €

( 103,90                                 104,20         )     *      20.000      =    – 6000 YEN  = 57,58 €

 

CFD Orderarten:

Um eine Position zu eröffnen oder zu schließen bieten CFDs unterschiedliche Möglichkeiten an. Diese wurden auch bereits in einem Video auf Scalp-Trading.com in der Rubrik „Trading Lernen – MetraTrader4“ aufgearbeitet und erklärt. Wir möchten Sie jedoch erneut nennen.

Limit-Order:

CFD_tutorial_003_Limit_Order

Der Vorteil einer Limit-Order ist, dass der Händler genau festlegen kann, wann und zu welchem Preis ein CFD Kontrakt gekauft oder verkauft werden soll. Ist die Order einmal ins Depot gelegt, erfolgt eine automatische Ausführung wenn der Kurs den vorher festgelegten Kurs erreicht. Dazu ein kurzes Beispiel. Die Lufthansa AG Aktie notiert aktuell bei 13,00 €. Der Händler geht von steigenden Kursen aus, ist daher daran interessiert die Aktie so günstig wie möglich zu kaufen. Er platziert eine Limit Order Long bei 11,00€. Am nächsten Handelstag korrigiert die Aktie tatsächlich auf 11,00€. Die Long Order wird bei 11,00 € automatisch ausgeführt.

Stopp-Order:

Das Ziel einer Stopp Order ist es das Verlustrisiko einer Position zu begrenzen wenn diese nicht in die gewünschte Richtung läuft (Stopp-Loss). Stopp-Buy Orders werden verwendet, wenn der Händler von einem steigenden Kurs oder Trend profitieren möchte.

Stopp-Loss:

CFD_tutorial_003_Stopp_Loss

Als Beispiel nehmen wir erneut die Lufthansa Aktie. Der Trade ist beim Kurs von 10,50€ positioniert, da die Limit-Order bei 11,00€ ausgeführt wurde. Der Händler möchte seine Verluste begrenzen und setzt seinen Stopp-Loss auf 9,00€. Solang der Kurs nicht auf dieses Niveau fällt, wird der Stopp-Loss nicht ausgelöst. Fällt die Aktie auf 9,00€ wird die Position aufgelöst bzw. glattgestellt.

Stopp-Buy:

CFD_tutorial_003_Stopp_Buy

Bei einer Stopp-Buy Order setzt der Händler auf weiter steigende Kurse und legt einen Wert fest, bei dessen Erreichen die neue Position eröffnet wird und CFDs gekauft werden. Angenommen die Lufthansa Aktie steigt auf 14,50€ und charttechnisch sind weitere Anstiege wahrscheinlich. In diesem Fall kann der Händler beispielsweise einen Stopp-Buy bei 15,50€ setzen. Wird dieser Preis erreicht, wird automatisch eine weitere Long Position eröffnet.

If-Done-Order:

CFD_tutorial_003_If-Done-Order

In diesem Beispiel möchte sich der Händler bei der Telekom Aktie über 82,00 € Long positionieren, jedoch steht die Aktie aktuell bei 80,50 €. Der Stopp-Buy liegt somit bei 82,00 €. Der Händler sichert seine Position ab um das Verlustrisiko zu verringern und setzt einen Stopp-Loss bei 79,50 €. Sollte die Aktie die bullische Tendenz fortsetzten und 82,00 € übersteigen, wird die Stopp-Buy Order automatisch ausgelöst. Bei einer Korrektur auf bzw. unter 79,50 € wird die Position verkauft bzw. glatt gestellt.

OCO-Order (One Cancels Other):

CFD_tutorial_003_OCO

In diesem Beispiel ist der Marktteilnehmer in der Aktie von RWE bei 34,50 € Long investiert. Sein Kursziel liegt bei 37,50 €. Somit setzt er eine Verkaufsorder (in diesem Fall Take Profit Order) auf 37,50 €. Der Stopp-Loss liegt bei 32,50 €. Eine OCO Order tritt ein, wenn eine der beiden gesetzten Optionen ausgeführt wird. In diesem Falle wird die andere Order einfach gelöscht.

Hinweis:

Im normalen Fall verbindet ein Trader eine Limit-Order mit einer Stopp Order um das Verlustrisiko von Anfang an zu minimieren. Beispielsweise wird eine Limit-Order in den Markt gelegt, bei welcher im Falle der Ausführung der Stopp-Loss und auch der Take Profit bereits enthalten sind.

 

5. Kosten/Risiken

Risiken: Aufgrund der hohen Hebelmöglichkeit können Transaktionen mit CFDs eine hohe Rendite erzielen. Der Hebel kann aber auch gegen den Trader laufen, was dazu führen kann das das gesamte Kapital des Kontos aufgebraucht wird. In diesem Fall kann es, in Abhängigkeit vom Broker, zu einer Nachschusspflicht kommen. Margin Call genannt.Bei den meisten Brokern wird im Fall das das vorhandene Kapital nicht zur Absicherung der Margin reicht, die Position glattgestellt (aufgelöst). Ein nachschusspflichtiger Broker ist nicht verpflichtet auf die Kapitalentwicklung des Kontos zu achten. Hier bitte unbedingt auf die AGB des Brokers achten.Nachfolgend ein Beispiel für die Nachschusspflicht und die Slippagefahr. Die Allianz SE Aktie notiert am Montagabend bei 100€. Gekauft wurde Long bei 110€. Der Stopp dieses Trades liegt bei 99€. Dienstagmorgen um 9.00 Uhr öffnet XETRA. Aufgrund einer Kurslücke (Slippage) beträgt der Eröffnungskurs der Aktie nun 95€. Der Stopp wird nun automatisch ausgeführt, jedoch nicht wie vorher festgelegt bei 99€ sondern beim nächsten handelbaren Kurs. In diesem Falle bei 95€. Angenommen der Händler dieser Transaktion hätte bei einem Stopp von 99€ genau 100€ auf seinem Tradingkonto übrig gehabt. Nun lag der Stopp jedoch bei 95€ und das Konto steht statt bei +100€ bei -300€. Der Trader hat somit eine Nachschusspflicht von 300€ und muss diesen Betrag an seinen Broker bzw. Emittenten zahlen.Dies ist ein Beispiel für einen Trade ohne garantierten Stopp.Ein weiterer Risikopunkt ist die Gefahr der Insolvenz des CFD Brokers. Da nur wenige CFD Broker Einlagensicherungen besitzen und ein CFD Händler keine physischen Wert besitzt, besteht die Gefahr des Totalverlustes durch die Insolvenz des Brokers, daher sei erneut auf die sorgfältige, gut recherchierte Brokerwahl hingewiesen.

Mögliche Kosten beim Handel mit CFDs:

-Transaktionskosten

– Spreadkosten

– Finanzierungskosten

– Gebühren für spezielle Orderarten

Für jede Orderausführung kann Ihr Broker oder Emittent Transaktionskosten erheben.Diese werden prozentual je nach Anlagevolumen berechnet. Beträgt Ihr Anlagevolumen beispielsweise 2000€ und die Transaktionskosten betragen 0,05%, belaufen sich die Gebühren für den CFD An und Verkauf 1€. Nicht jeder Broker erhebt jedoch Transaktionskosten. Generell fallen jedoch immer Spreadkosten an, welche sich aus der Differenz des An und Verkaufspreises ergeben. Daher gilt, je höher der Spread, desto größer die damit verbundenen Kosten. Dies ist bei der Berechnung eines Trades immer zu beachten.

Ein kurzes Beispiel. Broker A bietet Ihnen die Aktie der Adidas AG zu einen Verkaufskurs von 80,00 € und einem Kaufkurs von 82,00 € an. Der Spread beträgt in diesem Fall 2,00€. Broker B bietet Ihnen jedoch einen Spread von 1€ an. Beim zweiten Broker hätte der Händler in dem Fall die Hälfte der Kosten gespart. Also auch hier gilt, immer die Konditionen des Brokers genau zu prüfen.Finanzierungskosten fallen an, wenn eine Position beispielsweise über Nacht gehalten wird (Over Night). Auch diese Finanzierungskosten fallen je nach Broker und Positionsgröße unterschiedlich aus. Hierzu wieder ein Beispiel

Angenommen Sie kaufen 40 CFDs der Siemens AG für 80€. Da wir die Finanzierungskosten berechnet möchten, müssen wir den EONIA (European Overnight Index Average) mit in unsere Rechnung einbeziehen.Er wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) berechnet und ermittelt den Durchschnittszins von ca. 50 Kreditinstituten aus dem Euroraum. Veröffentlich unter der ISIN: EU0009659945, ist dieser Durchschnittszins auch täglich an der Börse vertreten. Wir gehen von einer Verzinsung von 0,5% aus. Ihr Broker erhebt zusätzlich eine Over Night Gebühr von 1%.

 

Brokerkosten * Kontraktanzahl * Kurs des Basiswertes

——————————————————————–  = Finanzierungskosten

360

 

(0,005 + 0,01) * 40 * 80

——————————          =          0,13 €

360

Die Finanzierungskosten pro Tag betragen somit 0,13€. Gebühren für spezielle Orderarten fallen beispielsweise für garantierte Stopps an. Meist ist diese Gebühr von Broker zu Broker unterschiedlich und hängt stark vom gehandelten Basiswert, dessen Volatilität und der gehandelten Positionsgröße ab. Viele Broker vergrößern auch den Spread bei garantierten Stopps, andere wiederum erheben die Transaktionskosten direkt.

6. CFD Alternativen/ CFDs im Vergleich

CFDs lassen sich sehr einfach über die Plattform eines Brokers handeln. Sie sind flexibel, unkompliziert und vor allem auch transparent, weshalb CFDs etablierte Trading-Instrumente sind. Ein CFD Trader kann jederzeit Kauf und Verkaufskurs verfolgen. Aber nicht jeder Händler ist ein CFD Trader. Daher stellen wir die CFD Alternativen in einem direkten Vergleich dar.

CFDS_Futures_Zertifikate_Optionsscheine_Uebersicht_Tabelle_final